Band 
Zweiter Theil.
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514
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514 XVIII. Klaffe. Farben, Muster, Färberei und Druckerei.

bcn. lebhafte Farben und guter Geschmack zeichnen Beide aus. DerLetztangeführte hatte ein Braungrund gebracht, das, wiewohl etwas ertra-vagant in Dessin , in der Ausführung vortrefflich genannt werden muß.

Was in dieser Gattung am meisten Aussehen erregte, war ein Stückvon Charles Steiner, mit einer lieblichen mit anderen verzogenenRose in drei echt rothen Abstufungen. Der Technik nach der Türkisch-roth - Druckerei zuzuzählen, ist es dem Effekt und dem Auge nach einMeisterstück.

Kattune und Musseline zu Kleidern hatten geliefert: Blech-Stein-bach, Hartmann und Sohn, Dolfus Mieg und Comp.,Schlumbcrgcr jun., Gros Odicr Roman und Comp. und Ge-brüder Köchlin zu Mühlhausen . Die Leistungen aller dieser Häusersind sehr gediegen. In den Kattunen bestehen sie meist aus kleinen, nied-lichen Dessins von vorzüglicher Farbe und Ausführung. Als Novitätmachte sich geltend eine Bordüre, die an einem Ende der Breite durch dieganze Länge des Stücks gedruckt war. Diese dient sowohl zum Besatzder Fronte, als auch zu Garnirungen und Volants. Sie war vonGros Odier u. Comp., Gebrüder Köchlin, Blech-Steinbachund Dolfus Mieg und Comp gebracht worden.

Eine besonders große Auswahl backen G r o s O d i e r u. C o. in gedruck-ten Iacconets, die sie nach verschiedenen Gattungen klassifizirtcn und ihnen jenach der Dichtigkeit oder Klarheit des Gewebes verschiedene Benennungengaben, wie: Perkalc, Jacconet, Organdi. Auch fand sich neben den be-kannten Brillantes ein brochirter Stoff, Plamets genannt und in Tararegefertigt, der im Fond weißbrochirte Blumen zeigt. Alle diese Zeuge mitmehr oder minder reichen und vielfarbigen Mustern bedruckt, mit und ohneBordüren, bildeten ein Ganzes, das als Muster - Ausstellung in diesemFache hervorgehoben zu werden verdient, sowohl was den Druck anbelangt, als wegen der Vorzüglichkeil der verschiedenen Gewebe, von Venendieses Haus auch »»bedruckt dem Handel bedeutende Quantitäten liefert.

Cine andere Novität brachte Dolfus Mieg, nämlich Golddruck,einzelne Goldtupfcn auf weißem Grunde, sowie auch Ramagcn durchandere farbiggcdruckle Dessins geworfen. Unhaltbar ist diese Druckartoffenbar. Ob sie sich die Gunst des Lurus liebenden Publikums erwer-ben wird, muß die Zeit erst lehren.

Von Rouen, das in Frankreich die billige Produktion vertritt, warnichts ausgestellt.

Cs bleibt von großem Interesse, hervorzuheben, daß die HerrenBlech-Steinbach und Dolfus Mieg im Großherzogthum Baden,an der Schweizer Grenze und wenige Stunden von Mühlhausen entfernt,Etablissements errichtet haben, um dem Zollverein ähnliche Waaren, wiedie von ihnen in Frankreich produzirten, steuerfrei zu liefern. ')

Daß solchen alten, erfahrenen und fundirten Häusern dadurch großeVortbeile erwachsen, bedarf nicht erst des Beweises. Sie erhöhen ihre