Band 
Zweiter Theil.
Seite
516
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Ist) XVIII. Klaffe. Farben, Muster, Färberei und Druckerei.

Verfahren zu sein, das mittelst einer Präparation das Gewebe geeignetmacht, die Farbe verstärkt aufzunehmen und in bisher nicht geschehenerWeise verschönert wiederzugeben. Herr Mercer aus Accrington hatdaraus ein Patent genommen. ^) Es erregt diese Erfindung großes Aus-sehen und große Hoffnungen werden daran geknüpft. Die Wirkung desVerfahrens wurde durch gedruckte Proben gezeigt, und um den Vergleichzu erleichtern, die gleichen Muster und Farben daneben gestellt, wie sieauf bis jetzt üblichem Gewebe sich darstellen. Dieses äußert noch eineandere Wirkung, nämlich die, das Tuch zu verdichten, schwerer und daherbesser aussehend in Qualität zu machen, wobei cS aber bedeutend zusam-menschrumpft, dem man freilich durch größere Breite und Länge des Ge-webes abhelfen kann. Diesem Zusammenschrumpfen ist es wohl wesent-lich mit zuzuschreiben, daß diese Erfindung bis jetzt noch keine weitereVerbreitung gefunden, da durch den dabei entstehenden Verlust an Zeugdie Waare zu kostspielig wird.

In gewebten Strümpfen und dergleichen Handschuhen wollte dieZweckmäßigkeit dieser Erfindung nicht so sehr hervortreten, da wohl anGüte und Dichtigkeit gewonnen, an Elastizität aber zu bedeutend verlo-ren wird.

Wir fügen hier den Wortlaut des Patentes vom Oktober 1K50bei, woraus das angewandte Verfahren ersichtlich wird.

„Diese Erfindung besteht darin, Fabrikate aus Pflanzenfasern undandern faserigen Materialien, wie Baumwolle, Seide rc. im rohen oderverarbeiteten Zustande der Einwirkung von kaustischer Soda oder kausti-schem Kali, verdünnter Schwefelsäure, oder von Zinckchlorid auszusetzen,welche Lösungen hinreichend stark sein müssen, um die nachfolgend beschrie-benen Wirkungen hervorzubringen:

I. Gebleichtes Gewebe von Baumwvlle und anderen vegetabili-schen Fasern wird durch eine Klotz- oder Grundirmaschine (I'-xllluiA-muclime) geführt, die mit kaustischem Natron oder kaustischem Kali von6(>o bis 700 Stärke (Twaddctt'ü Hydrometer) und von gewöhnlicherTemperatur, ungefähr 60° Fahrcnhcit, getränkt ist. Es wird alsdanngewaschen, aber nicht getrocknet, in verdünnte Schwefelsäure eingetauchtund dann wieder gewaschen. Oder es wird zwischen Eylindern durchmehrere Wasserbehälter geführt, welche mit kaustischem Natron oder kausti-schem Kali von i<)0 bis 50° (Tw.) von gewöhnlicher Temperatur ge-füllt sind. Das letzte Paar Cylinder muß so gestellt sein, daß jederUeberschuß von Lauge in den Behälter zurückgeprcßt wird. Dann wirddas Gewebe über und unter Eylindern her durch mehrere Wasserbehältergeführt und gepreßt, so daß es, nachdem es durch den letzten Behälterdurchgegangen, beinahe ganz frei von Lauge ist. Nachdem das Gewebenun auf diese Weise durch die Klotzmaschine oder durch den eben be-schriebenen Behälter gegangen ist, wird es gewaschen, mit verdünnter