Band 
Zweiter Theil.
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520 XVIII. Klasse. Farbe», Muster, Färberei und Druckerei.

gelegt worden. Der Ur-Vater spricht überall zu seinen Enkeln unddiese mögen ehrfurchtsvoll hinnehmen, was ihnen, aus den alten Zeitenstammend, mitunter die Quelle zeigt, aus der sie geschöpft baben!

Dem Druck auf Baumwollsammt scheint man besonders in Englandviele Aufmerksamkeit zu schenken. Es kam davon durch mebcere Häusersehr viel Schönes zur Ausstellung. Es ist die Natur des SannntS, denFarben eine große Lebhaftigkeit zu verleihen. Der sehr bunte Druck leistetdarin Vorschub. Seine zukünftige Bestimmung ist wahrscheinlich, denPlüsch und andere theuere Stoffe in dieser Form zu ersehen. Für denErport wird darin viel gemacht.

Von der StrineS Printing Äoinp. ward 8farbigcr sehr leb-hafter Maschinen-Druck dieser Gattung dargestellt und dabei bemerkt,daß davon kill Pard per Minute gedruckt werden. Sogar Türkischroth-Maschinendruck aus Velvets hatten die mehrgenannten Steiner undComp. aus Accrington eingesandt. ES soll auch hier mit den bedrucktenwollenen und Seidenplüschen in Konkurrenz getreten werden. Der ausgedehntere Gebrauch davon wird wohl in Ostindien gemacht; ob in demcivilisirten Europa , möchte zu bezweifeln sein.

') Dem Vernehmen nach lassen sie ihre Muster mit ihren Walzen und ihrenFarben in der Köchlinschen Fabrik z» Lörrach drucken.

2 ) Siehe hierüber auch den Bericht über die zweite Klasse Th. I. S. 274.

0 Vielleicht werden die vcreinsländischen Druckereien doch bald dazu gedrängtwerden, über den innern Bedarf hinaus zu gehen. Es ist in der Industrie zumArioni geworden, daß die gnantitatioe Entwickelung auch die qualitative bedingt.Der Erport stellt sich dabei als unerläßliche Vorbedingung dar, und wirklich müßteein solcher vorerst nach den nicht zum Zollverein gehörigen Deutschen Staaten undauch nach Italien vermöge der Höhe, auf welcher diese Industrie in Bezug auf (he,schmack und technische Fertigkeit bei uns steht, nach Ansicht des Referenten, in nichtunbedeutendem Grade zu erzielen sein, wenn ihr die Freiheit gewährt würde, dieTuche zum Reexport daher zu beziehen, wo sie am billigsten zu haben, also auch vomAuslande. Die dcsfallsige Kontrole könnte keine großen Schwierigkeiten verursachen.Eine ähnliche bestand früher in England, wo man zur Sicherung der Abgaben aufKattune für den inländischen Verbrauch und zur Wiedererstattung des Betrags beider Ausfuhr Anstalten traf, die ihrem Zweck vollkommen entsprachen und die man inzeitgemäßer Form auch für den Zollverein zur Verhütung von Unterschleifen an-wenden könnte.

Es ist wohl keinem Zweifel unterworfen, daß die Zollvereins-Druckereien mitden vorhandenen Mitteln ei» weit größeres Quantum Waare liefern könnten. DieseMehrproduktion würde, da alle allgemeinen Kosten sich dadurch auf das einzelneStück geringer stellen, den Drucker in den Stand setzen, sein ganzes Produkt billigerzu liefern; er könnte nothwendige aber kostspielige Veränderungen und Verbesserungendesto sicherer bewerkstelligen, kurz, er würd« in eine den Engländern mehr analogeLage versetzt werden. Auch der Handel könnte alsdann mit der Industrie in gestei-gerte Verbindung treten und diese durch Kapitalien und Kenntniß der Bedürfnisse derfremden Konsumenten wesentlich unterstützen. Ist ja schon für den inländischen Marktvon manchen Druckereien eine solche Verbindung mit Vortheil für Beide eingegangenworden, um wie viel mehr müßte dies für entferntere Gegenden der Fall sein kön-nen; denn auch das wird nicht zu bestreiten sein,'daß die Trennung des Produktion«-