tz. 129. Papier-, Klavier-, Maschinen-, Dach- u. andere Filze. ß.ZZ
III. In der Oesterreichischcn Abtheilung zeigte der HutmacherI. G. Bayer zu Hcrmannstadt in Siebenbürgen eine Serie von Mate-rialien für Filzcrei und von daraus gefertigten Filzen, insbesondere dun-kelbraunes , scharlachrothcs lind schwarzes Filzzeug zu den dort nicht un-gewöhnlichen Filzmänteln, Westen und Mützen; die Farben waren lebhaft.I, Muck aus Prag brachte farbiges Filztuch, Filzschuhe, Filzstiefel, Filz-hüte und Filzmützen.
IV. Aus Toökana sandten die Fabrikanten Gebrüder Einizu S. Marcello bei Pistoja endlosen Filz für Papierfabriken.
V. In der Französischen Abtheilung zeigte der Fabrikant Bu-din-Signcz aus Beauvais (Oise ) gewebte Filze von allen Dimensio-nen zu den Kontinuationsmaschinen für Papier - und Pappfabrikcn. DerFilzwaarensabrikant Lambert und Sohn zu Toulouse (obere Garonne)brachte Paletots von Filz, Hüte von Kaninchenfilz, einen Hut vongrauer Wolle.
VI. Aus Rußland brachte der Fabrikant T. Bardoffsky zuPetersburg verschiedene von Hascnhaaren und Filz gefertigte Möblemcnts-artikel und Werkzeuge. Es waren Schaalcn und Töpfe aus Filz geformt,mit Kopallack überzogen, und holzartig angestrichen. Die Formen warendurchaus unelegant, der Lacküberzug dagegen recht elastisch, so daß, wennderselbe, wie wir nicht zu bezweifeln Ursache haben, sich als dauerhaft be-währt, das Geschirr für manche Zwecke brauchbar sein möchte.
Der Asphalt filz für Dächer wird in großen Stücken, 32 Zollbreit und gegen 30 Aards lang in England fabrizirt, auf Begehr aberauch in größeren und kleineren Formaten. Der Filz wird mit Asphalt odereinem andern Bitumen gesättigt. Er ist in England neuerdings in aus-gedehnteren Gebrauch gekommen. Diese Dachfilze werden von den beidenHauptfabrikanten, Patentträgcrn und Ausstellern Eroggon und MacNeill auf verschiedene Weise bereitet: beide behaupten, daß ihr Materialfür Regen und Schnee undurchdringlich sei, die Hitze nicht durchlasse, unddie Eigenschaften der Elastizität, Reinlichkeit, Dauerhaftigkeit, Wohlfeilheitund bequemen Anwendbarkeit mit einander verbinde. Er wird verwendetzur Bedachung von Kirchen, städtischen und Landhäusern, Vorhallen undStällen, sodann um verzierte Wände und Decken vor Feuchtigkeit und Rauchzu schützen, um die Innen- und Außenseiten hölzerner Gebäude, Garten-gestelle, Stroh- und Heufeimen zu bedecken und zu vielen andern Zwecken.Namentlich sind viele Schuppen und andere Gebäude in Devonport, denWoolwichcr Dock-Dards und auf der Insel Portland mit diesem Mate-rial gedeckt. Dieser Filz wird in großen Stücken zum Preise von etwa1 Engl. Penny für den Quadratfuß verkauft. Er hat viel ähnliches mitden in Deutschland bekannten Dorn'schen Pappdächern, und wenn er auchnicht alle von den Fabrikanten ihm nachgerühmten trefflichen Eigenschaf-