Band 
Zweiter Theil.
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XX. Klasse. Bcklcidnngsgegenstänbc.

Bei der zunehmenden Wichtigkeit des Geschäfts verkaufe» die Pariser nur un-gern Mvdelle und Muster an dasselbe, so daß man auch dadurch zu eigenen Kompo-sitionen gedrängt wird. Das Geschäft hat in dem vergangenen Jahre circa 16,000bis 20,000 fertige Mantel, Mantillen w. geliefert. In zwei Geschäftshäusern werdenunter Leitung von 5 Handwerksmeistern und 3 Direktricen >20 bis 140 Arbeiterinnen,außerdem aber in den Wohnungen circa 150 Meister, mit durchschnittlich 10 Ge-sellen, welche nur für dies Hans arbeiten, und im Ganzen in solchen fertigen Ar-tikel», das Weißwaarcnfach mit eingerechnet, >000 bis 2000 Personen, je nachdem eSstille oder lebhafte Zeit ist, beschäftigt: in dem Verkanfslokalc selbst .arbeiten gegen>00 KvmmiS, Aufseher, Ladcnjnngfcrn und Diener.

E Dbv Jet ,I„ui„a> !»»«<>'. Catala^ni-, eine von dem verdienstvollen Heraus-geber dieses Journal-, Herrn Hall, veranstaltete reiche Sammlung von Abbildungender besten ausgestellten Stücke gewährt für diese Jwecke einen dauernden Anhalt.

8. 135.

Halsbinde», Ha lötn ober, Reiseplaids.

Der Entwickelungsgang der Gewerbe in dcr neuern Zeit, vermögedessen an Stelle der Einzelbestcllung und dcr handwerksmäßigen Ferti-gung, die Massen-Erzcugung mit Benutzung zahlreicher, planmäßig inein-andergreifender Kräfte tritt und die Waare in vielfach gesteigerter Mengeund Wvhlfcilheit liefert, ist auch bei der männlichen Halsbeklcidung her-vortretend. Die Halsbinden gehörten früher vorzugsweise dem bereitsabgehandelten Arbeitsgebiete dcr Posamentierer und Handschuhmacher an.(Oben!>. S. 482 u. 624). Der steigende Bedarf des Publikums in-dessen, welchem die handwerksmäßige Erzeugung besonders in den großenStädten nicht mehr zu genügen vermochte, und die Zurichtung geeigneterMaterialien zur massenhaften Berarbeitung führen auch diesen Gewcrb--zweig mehr und mehr großen Unternehmungen zu.

Bis zum siebzehnten Jahrhundert bedienten sich die Männer in denmeisten Ländern zur Halsbeklcidung wollener, leinener oder seidenerTücher. Bei dem Militair wurden schon damals Binden von einfacherForm getragen. Von den Kroaten sollen im dreißigjährigen Kriege dieseBinden zu den Deutschen und Französischen Truppen übergegangen seinund dadurch den Namen Kravattcn erhalten haben. Daneben er-hielten sich die Einlcgebinden, welche hinsichtlich der weißen Binden,wegen des leichteren WaschenS dcr Neberzüge, noch jetzt vielfach getragenwerden, im Gebrauch. Zu noch größerer Begemlichkeit, so wie um dieBeschädigungen durch die Schnallen zu verhüten und eine kleidsameSchleife anbringen und neu binden zu können, empfahlen sich die jetztmehr üblichen Schlipse, welche mittelst verlängerter und nach vornumgeschlagener Spitzen zugebunden werden.

In PariS, London, Berlin und andern großen Städten haben sichEngroö-Geschäfte gebildet, welche unter Verarbeitung der oben bei denBaumwoll - und Scidenwaarcn bereits betrachteten Kravattenzeuge sichnur diesem Artikel widmen. AIS Reisetracht empfehlen sich besonders in der