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Cosmographia. Beschreibung aller Lender durch Sebastianum Münsterum: in welcher begriffen aller Voelker, Herrschaften, Stetten, und namhafftiger Flecken, herkommen: Sitten, Gebreüch, Ordnung, Glauben, Secten und Hantierung durch die gantze Welt und fürnemlich Teütscher Nation ...
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CLXII
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Das dritt buchelxiisaltz gruben vnnd brunnen/ mere ertzgruben dann kein land vmb vns ge-legen, ich geschweig hie wie zierlich das Teutsch land mit grossen vnnd kleinen stetten märckten, castellen, dörffern vnd schlössern erbauwen ist.Von alter vnd neuwer cheilung Teütschernation.An findt nit das Teutschland vor alten zeiten in vil prouintzen oderlandschafften getheilt sei worden, anderst/ dann das man dozumal(wiejetzund) gehabt hat, ober vnd vnder Germaniam. Aber von Sach­ sen , Thüringen , Nysen, Hessen , Francken, Schlesien vnd andern lenderenhat man nichts gewißt/ wiewol etlich bestimpte völcker in solichen lendern gewont hand/ wie ich hie fornen angezeigt han. Vnnd als die Teutschen handeangefangen über Rhein zufaren, den Galliern irland vff der andern sytendes Rheinsingenommen, des gleichen über die Tonaw je Teutschlander-weirer/ Noricum / Vindeliciam/ Rhetiam/ Heluetiam vn̄ das ober Panno-Teütschlandhat sich ergy- niam ingenomen, do hat Teütsch land etlich theilungen vnd prouintzen überkomnen wie wol das noch vsserhalb deß waren Germanien beschehen. San̄tertdie alten hand dise lender von dem Teütschen land abgescheiden, vnd ist auchkein Teutsch sprach darin gewesen, biß sie die Teütschen hand ingenomen.großeAm Rheinstrom hat man welsch geredt, das ist, Gallisch, vnd vff der Tonaw Italisch, wie man noch hinder Chur redt, biß die Teütschen/ hinübergezogen seind, vnd die sprach verendert hand. Bey Heluetia verstand danSchwytzerland/ bey Rhetia den Boden see vnd das Algöw, bey Vindeli-Theri sfr. pol. 150cia das Lechgöw/bey Noricum das Beyerland, vnd bey dem obern Pan-torini Naml. fl. 617nonia Oestrich . Sise zwo seiten hand die Römer inen garbald vndertheniggemacht, vnd auch vil stett an Rhein vnd Tonaw gebauwen, aber vmbdas recht vnd groß Teutsch land, hand sie lange zeit, wie hie fornen gesagt ist,muͤssen kriegen. Vnnd do sie es schon erobert hatten, behielten sic es nit lang/dan je gewalt fieng an zerghan, vnd do fiengen an die Baiern ein besundernkünig han, des gleichen die Sachsen fiengen auch an gewaltig werden, Itemdie Thüringer wolten nirt die letsten sein, vnnd wurffen auch ein künig vff.So das die Schwaben sahen, siengen sie auch für sich selbs ein regiment an-vn machten ein Hertzogen, die vorhin künig hetren gehabt. Vnd als sie mit denThüringen , an die sie stiessen, nit mochten eins bleiben, wurden die Franckenzwüschen die Thüringen vn̄ Schwaben als ein feste maur gesetzt. Sarnachdo vnder dem grossen keyser Carlen, das vnder Teutsch land züm Christenglauben bracht, vn̄ das keyserthum an die Teütschen kam, seind mancherleiHertzogthümmen, Graueschafften, visthummen, abtyen vn̄ andere herrschaff-ten vffgericht worden, vnd ist das land in manchfaltige theilungen kommen,wie wir dann jetzund sehen. Über Rhein seind Holand, Braband, Gellern,Lothringen , Westrich, Rheinstrom, Elsaß vnd Schwytzerland. Hiejhenetdeß Rheins ist Frießland, Westphalen, Brunswic, Sachsen, Hessen , Thii-ringen, Nysen, Schlesia, Francken, Schwaben , Sie inner vn vsser marck/Pomern/ Prüssen/ Meckelburg, Wärhern, vnd Nortgöw. Vber der Tonawist Oesterich