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Cosmographia. Beschreibung aller Lender durch Sebastianum Münsterum: in welcher begriffen aller Voelker, Herrschaften, Stetten, und namhafftiger Flecken, herkommen: Sitten, Gebreüch, Ordnung, Glauben, Secten und Hantierung durch die gantze Welt und fürnemlich Teütscher Nation ...
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Von dem Teutschland.ceiordnung kem/ das magstu auß dissen gesaͤtzten mercken/ do in also vorgeschri-ben wirt. Es sol vff der strassen derlere wagen weichen dem geladmen, dem reitenden der fuͤß genger/ dem wagen der reitend. Vnͤ vff einer brucken sol der wa-gen still halten biß der reiiter furkompt. Item sprachheiiser, seii wstell, öfen/ vn̄kamin, da durch dem nachbaurn schaden mag beschehen, soll man dester weyterhinder sich rucken vff der hoffstat des sie seind, do mit hernachbaur uit verletztwerd. Solche vn andere mere landrechten hat der gros keyser Carlen geben, aberkeyser Friderichen schreibtman zu das lehenrecht. Soch seind alle satzungen vn̄rechte die wir haben im Römischen reych fast entsprungen von dem keyser Constantino vnnd seinen nachfolgern, waren aber nit wol vnderscheiden vn̄ dar zu on-wordenverstenlich vnd nit brüchlich. Sarn̄b kam keyser Theodosius der iüinger, derließ eins ieden keysers satzungen schreiben vn̄ nent das bůch TheodosianumInstitut:codicem. Sarnach kam Justinianus des ersten keysers Justiniani sun, Her erleiicht alle satzungen, vnd tilgt ab die ontüglichen vn̄ onnützen leges vnd kürtzet das zu lang daran was.Von den gemeinen breuchen vnd sittenietziger Teütschen völcker.L Sweißt fast iederman, was vnd welche kleider vn̄ speis im TeiischenCland ietz im brauch seind/ darumb nit vönöten ist dar etwas zu schreiben.Eshaben die Teütschen vil vnderscheidt vn̄ manfaltige grad oder stadtvnder inen. Den ersten stodt haben die geistlichen, den andern die Edlen, vndder hat vil grad. Sann es seind fürsten, grauen, freyherren vnandere edlen. InDen̄marckt vnd Engelland hat man disse grad nit oder gar wenig. Sie fürsten ubertreffen die andern nit allein in der wyrdikeitvn̄ hohem geschlecht sunder auch in ꝺe gewalt, dan̄sie haben weyte lender vn̄ herschafften. Aber die grauen,frey herren vn̄ andere edlen, sitzen hin vnd her hinderden landfürsten, besunder die schlechten edel leüt. Hieist gar ein seltzammer Brauch vnder den edlen. San̄ Die edlen wölwan̄ den keyser des keyserthůms halb not an ghat, len alle freyvnn er vermant seine fürsten, grauen vn̄ edlen, so spre– sein.chen sie, daß sie gefreyet seind vn̄ niemand dienen dander inen solt gibt/ darzuͤ lassen sie auch Ire vndertha-nen nit dienen vnd sagen doch/ daß der keyser ir öber-herr sey. Disse leüt meinen/ das jr adel nit ein weniggeschwecht würd/ wann sie solten kauffmanschatz trei-ben oder ein handwerck furen, oder so einer ein onedlehaußfraw neme, oder solt einer wonen wie ein ander burger in einer fremb-den statt. Sie haben kein gemeinschafft vnnd beywonung mit den stettischen,sunder haben schlösser vnd andere starcke vnnd wol geziert wonungen vff denbergen/ in den welden oder vff dem feld/ do sie mit frem hauß gesind frey wo-nen. Sie fürsten vnnd edlen hangen an gemeinliche dem iagen, vnd meinenauch es gehörinen allein zu auß langwerigem brauch vnd gegebner freyheit,aber den andern verbieten sie zufahen hirtzen, reh, hinnen, vnd hasen bey ver-lierung