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er den Uebermuth des Hauses Kyburg zu bekämpfen. Noch immer wurdeder herzoglichen Wittwe, Clementia, der Genuß des ihr zugesichertenWittwensitzes auf dem Schlosse Burgdorf vorenthalten, und sie selbst vondem Grafen Egon von Hohen-Urach in einer ungerechten Haft enthalten.
Um die Unruhen in Burgund zu stillen, kam König Heinrich zu Ende desJahres 1223 dahin, und erließ in Betreff der Herzogin Clementia, den28. Dezember zu Bern einen strengen Befehl an alle Getreuen des Reichs,dazu mitzuwirken, daß die Herzogin aus jener ungerechten Haft befreitund in den Besitz des ihr als Wittwensitz verheißenen Schlosses Burgdorfgesetzt würde *). Die Verfügungen König Heinrich's scheinen jedoch nichtzum Zwecke geführt zu haben, denn Kaiser Friedrich mußte sie 12 Jahrespäter im August 1235 auf die Bitte des Grafen Stephans von Burgund,des Vaters der Herzogin, zu Mainz wiederholen **). Von da an ver-schwindet die Herzogin Clementia aus der Geschichte, ohne daß man weiß,ob sie endlich durch mildere Gesinnungen des Grafen von Hohen-Urachoder durch den Tod aus ihrer langen Gefangenschaft befreit wurde. Nocherstreckte sich das Gebiet der Stadt Bern nicht über den Bremgartenwaldund die zwischen demselben gelegene Allmende hinaus, denn es gehörtendamals weder der vor Erbauung der Stadt bewohnte Sulgenbach, dazu, ^noch die Enge, wo vor Zeiten eine Brücke über die Aare nach Bremgartenund Zollikofen geführt hatte. Dennoch wurde Bern bereits mit wichtigenReichsgcschäften beauftragt, welche ihr in der Umgegend je länger, jegrößere Achtung verschafften. Schon am 25. Februar 1223 hatte KönigHeinrich Bern den Auftrag ertheilt, das Kloster Jnterlacken, bei demEigenthnme des Kirchensatzes von Gsteig gegen die Eingriffe Walther'svon Eschenbach zu beschirmen, und dieser entsagte am 7. April 1224 ineiner großen Versammlung geistlichen und weltlichen Standes vor dennördlichen Pforten der Kirche zu Bern seinen Ansprüchen und erklärte sogareinige Wochen später, am 5. Mai, daß ihm die Kastvogtei von Jnter-lacken nur aus Auftrag König Friedrich's zustehe ***). Diese Erklärungstellte Walther zu Bern vor dem Gerichte aus, bei welchem Herr Thcto,von Ravensburg, als kaiserlicher Richter den Vorsitz führte. Hieraufund als Eschenbach selbst das Gotteshaus Jnterlacken dringend gebetenhatte, ihn vom Kaiser zum Kastvogte zu verlangen, gaben Probst undKapitel zu Jnterlacken am 3. September 1226 zu der Erfüllung diesesWunsches ihre Zustimmung. Dieses geschah in Gegenwart des Schult-
*) Die daherige Urkunde v. e»i. a-rriuarU 1224 ist im Soloth. Wochenbl.
Jahrg. 1829 , S. «29, abgedruckt.
'*) Urk. Soloth. Wochenbl. Jahrg. t 829 . S. 630 .
***) Schweiz. Geschichtsforscher. I. S. 355 et ---q.