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Schultheiß zu Bern, von einem kirchlichen Banne befreit worden, in denihn der Bischof Bonifacius gelegt hatte *).
Der Kyburgische Krieg nahm indessen für Bern eine ziemlich bedenk-liche Wendung. Graf Ulrich , der Schwager und Erbe Herzog Berchtold'svon Zähringen, war bereits im Jahr 1227 mit Tod abgegangen. SeineSöhne, Graf Hartmann und Graf Werner, scheinen zwar das schöneErbe ihres Vaters, im östlichen und westlichen Helvetica, dem Rechtenach unvertheilt besessen, in Betreff der Verwaltung hingegen, so untersich vertheilt zu haben, daß Hartmann, den man, um ihn von seinemNeffen zu unterscheiden, den altern nannte, die Besitzungen im östlichenHelvetien, Werner die im westlichen beherrschte. Ein dritter Bruder,
Ulrich, war Bischof von Ehur und ihre Schwester, Heilwig, vermahltesich mit dem Grafen Albrecht von Habsburg, dem sie den Grafen Rudolf,nachmaligen römischen Kaiser gebahr. Werner scheint nach seines VatersTode Burgdorf zu seinem Wohnsitz gewählt zu haben. Von seiner kurzenRegierung ist nichts Merkwürdiges bekannt. Schon 1228 oder 1229 nahmer Antheil an einem Kreuzznge nach Palästina, starb aber daselbst baldnach seiner Ankunft **). Hartmann, sein einziger Sohn, in der Geschichtezum Unterschiede von seinem Oheim unter dem Namen Hartmann, derjüngere bekannt, trat zu diesem Oheim in die nämlichen Verhältnisse,in denen sein Vater zu ihm gestanden war. Fast bis zum Erlöschendes ältern Kyburgische» Hauses findet man gemeinschaftliche Urkundender beiden Hartmanne. Dem Grafen von Buchegg mögen sie die Land-grafschaft zu Lehen gegeben haben, wenn dieser sie nicht schon vomHerzoge von Zähringen erhalten hatte ***). Gegen die Wittwe des letztemwaren seine Erben noch immer nicht den königlichen Befehlen nachge-kommen, denn Kaiser Friedrich H. mußte sie im August 1235 wiederholen.
Graf Egon von Hohen-Urach scheint immer noch Burgdorf im Besitzgehalten zu haben 1). Für Hartmann, den jünger«, scheint Gottfried vonHabsburg-Laufenburg im Felde gestanden zu sein, als er Bern unverse-hens angriff, die zunächst um dieselbe liegenden Landhäuser plünderteund verbrannte, und an den Mauern der Stadt ein Lager aufschlug. >
Die hart bedrängten Einwohner wagten jählings, in ziemlicher Zahl einenAusfall, in dem sie sich mit kühnem, nur allzufeurigem Muth auf denFeind warfen. Allein Gottfried sammelte seine Schaar in eine gedrängteSchlachtordnung und hielt nicht nur ihren Angriff ruhig aus, sondern
*) Urk. vom 5. Mai 1211 .
**) Urk. in den Stettlerischen Sammlungen.
***) Herrn Appcllationsrichter Stettler's 6oiiect. N».
-s) Urk. zu Mainz, im August 1235. Soloth. Wochenbl. 1829. S. 630.