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I. Band.
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auszusöhnen, und seiner eigenen Gewandtheit, nebst den Bemühungenseiner Mutter Heilwig, gelang es endlich, denselben zu besänftigen, sodaß er die einst im Unmuth dem Hochstift Straßbnrg gemachte Schenkung,zurück zu nehmen wünschte. Allein Hartmann's Versuche blieben ohneErfolg. Es war nicht Gewohnheit der Kirche, in günstigen Augenblickenerrungene Vortheile zu Versöhnung entzweiter Blutssreunde fahren zulassen, mochte auch das Gefühl der Billigkeit eine solche Maßregel nochso dringend gebieten. Das Glück der Waffen mußte versucht werden.Es war Rudolfen wie gewöhnlich günstig; die Bürger von Straßburghatten seine Partei ergriffen und ihn sogar zu ihrem obersten Feldhaupt-mann erkoren. Erst als Bischof Walther von Geroldseck, im Jahre 1263gestorben und Heinrich, aus dem nämlichen Hause, ihm nachgefolgt war,gab indessen der neue Bischof von Straßburg, christlicher und billiger ge-sinnt, mit Einwilligung des Domkapitels jene übereilte Schenkung zurück*).

Kaum hatte jedoch die nahe Aussicht auf den einstigen Besitz desreichen Kyburgischen Erbes auf's neue für Rudolf zu blühen angefangen,als diese Blüthe auch auf unerwartet schnelle Weise zur Frucht heranreifte. Graf Hartmann, der jüngere, gieng nämlich am 3. Septemberdes nämlichen Jahres mit Tod ab **). Sein einziger Sohn, Werner,aus der frühern Ehe war in der Jugend gestorben, und von seiner zweitenGemahlin, Elisabeth von Chalons, hinterließ er nur eine Tochter, Anna.Seine Mannlehen fielen an seinen Oheim, Hartmann, den ältern, zurück.Die Allodialgüter hingegen, sollte seine Tochter erben. Allein GrafHart-mann hatte sich durch Fehden und Verschwendung aller Art in eine schwereSchuldenlast gestürzt. Die Lage seiner Wittwe und Tochter wurde immerbedrängter. Als nächster Blutsverwandter der Wittwe von Kyburg,scheint Graf Rudolf von Habsburg mit seinen Vettern, Gottfried vonHabsburg-Laufenburg und Hugo von Werdenberg, die Vormundschaft überdieselbe und ihre Tochter Anna übernommen zu haben. Gewöhnlich aberhandelte Elisabeth mit Beistand ihrer Räthe, Werner von Rütte, seinesBruders, des klugen Prvbsts von Solothurn, Bcrchtold's von Rütte unddes Ritters Heinrich von Oenz. Noch in demselben Jahre, 1263, ver-kaufte sie dem Kloster Frienisberg einige in seiner Nähe gelegene Güter,und um sich der Anhänglichkeit der Bürger zu versichern, bestätigte sie derStadt Thun den ihr vor sieben Jahren von Graf Hartmann erlassenenFreibrief und ertheilte ihnen sogar in der sogenannten Handfeste vomMärz 1264 die Freiheiten der Stadt Freiburg, in Uechtland ***). Allein

*) TschUdi sä 1263.

**) Tschudi Ȋ 1263.

***) Handfeste von Thun. Bern 177 s.