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Haupt ward von diesem mit Wohlgefallen aufgenommen. Die Bernererhielten den Befehl, des Reiches ewige Kammerknechte, geldsbedürftigenFürsten in dringenden Verlegenheiten von jeher bequem, wieder den Ein-tritt in ihre Mauern zu gestatten, fanden aber in der Aeußerung desköniglichen Willens keinen hinlänglichen Grund von dem einmal betre-tenen Pfade abzuweichen. Da rückte der König im Mai 1288 *) miteinem Heere von wenigstens is,000 Mann** ***) ) vor die Stadt, lagertesich auf dem Kirchenseld und schlug bei dem Aarziehle eine Brücke überdie Aar, um Bern von allen Seiten einzuschließen. Mit Steingeschützund anderen Waffen wurden die Stadt und die vor derselben gelegenenSpitäler hart gedrängt. Allein die Bürger des letzten Tages ihrerVaterstadt gewärtig wenn es den Königlichen gelingen sollte, ihre Wällezu ersteigen, leisteten unerschrockenen Widerstand. Tag und Nacht wareine bedeutende Schaar auf dem Hauptsammelplatze der Bürgerschaftbei der Kreuzgasse aufgestellt, von wo aus nach jeder bedrohten Stellemit großer Schnelligkeit Hülfe gesandt wurde. Bald hatte die Liebe derBerner zu ihrer Vaterstadt des Königs Beharrlichkeit ermüdet. Nacheinigen Wochen zog er ab, kehrte aber im darauf folgenden Septemberzurück, um den Versuch zu machen, ob man auch dieses Mal mit eben sounermüdlicher Festigkeit widerstehen würde. Vergebens suchten indessendie Belagerer durch brennende Flöße die Mühlen an der Aar zu ver-brennen und das Michelsthörchen mit Gewalt zu erstürmen. DieBelagerung nahm auch jetzt keinen glücklichen Ausgang, und Bernwar für die Sache der Freiheit erhalten. Von da an überließ derKönig den Krieg seinen Vasallen IN Das Selbstgefühl der Bernerhingegen ward durch das Bewußtsein, im Kampfe gegen den erstenFürsten der Christenheit die Aufrechthaltung ihrer bürgerlichen Selbst-ständigkeit, dem unerschütterlichen Vertrauen zu Gott und ihrem eigenenArm verdankt zu haben, ins unendliche gesteigert M.
Daß aber rascher Entschluß zu kräftiger That auch Besonnenheitnicht missen darf, wenn er des Vaterlandes Heil befördern soll, erfuhrendie Berner bald darauf durch eine eben so schmerzliche, als blutige Lehre.Noch hatte das Haus Habsburg nicht jeden Gedanken der Rache auf-
*) JustiNger's ännsl. Lolmsr.
*') Justinger spricht von 3o,ooo Mann. Wir nehmen nach Tschudi I5,vooMann an, als nach den Zeituniständen angemessener.
***) Das heutige kleine Aarziehlthor.ff) Joh. v. Müller, Bd. l. Kap. 17.
-i-s) Die Annalen von Kolmar erzählen beim Jahr 1289, die Berner hättensich ergeben. Dieses wird aber sonst von Niemand behauptet und scheintdurch den Zusammenhang der Ereignisse unmöglich.