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I. Band.
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Bürger und Befreundete herbei, selbst die Bewohner des Gnrtenö wolltennicht die letzten sein. Mit Löwenmuth kämpfte unter ihnen Hans Walovvn Greicrz, seiner Tapferkeit verdankte man die Rettung des Stadt-banners. Als nun die Oestcrreicher die immer wachsende Zahl der Bür-gerschaft gewahr wurden, zogen sie sich allmälig fechtend zurück. Auchfür sie war der Kampf nicht ohne Verlust geblieben. Gras Ludwig vonHomburg und Friedrich von Hettlingcn, einer der wüthigsten Ritterseiner Zeit gehörten unter die Todten, viele wurden verwundet, auchtödtcten die Werner dem Feinde eine Menge Pferde. Sie selbst hattenindessen über hundert Mann verloren*), während sie mit größererOrdnung dem Feinde wohl viel empfindlicheren Schaden zugefügt hätten.Walo's Nachkommenschaft soll von diesem Tage an den Namen derBiderben erhalten haben, der noch anderen Bürgern mit ihnen gemeinwar. Das Stadtbanner hingegen wurde zum Andenken, daß es nur mitBürgerblut gerettet werden konnte, dahin verändert, daß statt des weißenFeldes, in dem sich der Bär befand, dieser in einen weißen Streif imrothen Felde gesetzt wurde. Einige Tage nach dieser Begebenheit MitteMai's wurde Frieden geschlossen, in Folge dessen die Werner für denerschlagenen Grafen von Homburg eine Seelmesse lesen ließen **). Dieseswar der letzte Versuch König Rudolf's, den die Stadt zu bekämpfenhatte. Ununterbrochen hatte während dieser verhängnißvollen Zeit seit1284 Ulrich von Bubcnberg, in seiner Jugend dem geistlichen Standegewidmet, Chorherr zu Münster in Granfeldcn, seit 1279 Ritter, alsSchultheiß das Staatsrnder geleitet/ und blieb auch nachwärts noch biszu seinem 1294 erfolgten Tode im Amte ***).

Nicht lange nach diesen Ereignissen, am 18. Juli 1291, beschloßKönig Rudolf seine merkwürdige Laufbahn zu Germcrsheim in der Pfalz,nachdem er 18 Jahre lang das Reich mit Kraft und Klugheit verwaltet.Sein jüngerer Sohn Herzog Rudolf war ihm bereits im Mai 1290vorangegangen und hatte nur einen einzigen unmündigen Sohn, dennachmaligen Herzog Johann von Schwaben hinterlassen 1). Wie für allehelvetischen Länder und Städte, so war auch insonderheit für Bern, wel-ches dem ältern Zweige des Hauses Habsburg fast durchgehends feind-selig gegenüber stand, der Tod König Rudolf's eine böchst wichtigeBegebenheit, von der man sich erst im Ablauf der Zeiten überzeugen konnte,ob von ihr mehr des Guten oder Schlimmen zu gewärtigen sei.

*) 8ahrzeitbuch von Bern. 6l>r»n. de Ilorno.

**) Urk. im Arch. zu Bern/ 2 do ldu, l»->ji 1289.

***) Herrn von Sinnrr'S Sammlungen.

's) Tschudi rü »IINUM 1290 od. 1291. Joh. v. Müller/ Bd. l. Kap. 8.