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I. Band.
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vagna. Thomas III., der ältere Bruder, setzte den Stamm der Fürstenvon Achaja und Morea und Grafen von Piemont fort. Amadeus, derzweite Sohn hingegen, begab sich frühzeitig an den Hof seines OheimsPhilipp, und wußte sich demselben so beliebt zu machen, daß er keinGeschäft von einiger Wichtigkeit abschloß, ohne seinen Neffen dabei zuRathe zu ziehen, ihn sogar bei seinen Lebzeiten zum Herzog von Aostaerhob, und ihn in seinem Testament vom 17. Dez. 1284, mit Ausschlußseines ältern Bruders Thomas, zum Erben seiner sämmtlichen Länderernannte. Amadeus war 36 Jahre alt, als er ein Jahr nach der Ab-fassung dieses letzten Willens die schöne Erbschaft seines väterlichenOheims antrat. Sonderbar genug war es nicht sein älterer BruderThomas, der sich, ungeachtet er die nächsten Ansprüche zu haben schien,gegen diese unbedingte Nachfolge verwahrte, wohl aber der jüngere,Ludwig, welcher durch eine beträchtliche Ausstattung in der Waadt befrie-digt werden mußte und der Stammvater der Freiherren von Waadt ist *).Auch dieser Fürst verpflichtete sich zur Vertheidigung der Stadt Bern **).

Gleich Anfangs des Jahres 1292 wählten die zu Frankfurt ver-sammelten Reichsfürsten, mit Ucbergehung Herzog Albrecht's von Oester-reich, den Grafen Adolf von Nassau zum Könige der Deutschen. Ver-gebens suchte sich Albrecht dieser Wahl zu widersetzen. Die Besorgnißvor seinem Uebermuth überwog, und selbst im Gebirge schloß sich alleswas freisinnig war, der Sache König Adolfs an. Auch Bern, welchesvon der ältern Linie des Hauses Habsburg nichts Gutes zu erwartenhatte, gesellte sich unbedenklich seinem Anhange bei. Mit ihren Nach-barn stand sie meistenstheils auf freundschaftlichem Fuße. Mit Ausnahmedes Hauses Montenach zu Belp waren fast alle in ihren Umgebungenangesessenen Edelleute ihre Mitbürger oder Verbündeten. Nicht wenigersuchte das neue Haus Kyburg in Verein mit Bern seine Selbstständigkeitvor dem Ehrgeiz seiner Stammvettern zu bewahren. Auch Ludwig vonSavoyen, Herr der Waadt, ging 1292 mit Bern einen Bundesvertragein, in welchem er in Rücksicht der ihm und seinen Vorfahren geleistetenDienste versprach, den Bernern und ihren Angehörigen mit seiner ganzenMacht zwischen Bern und Zofingen beizustehen, so oft sie ihn oder seinenLandvogt darum ersuchen würden, ausgenommen gegen seinen Bruder,den Grafen Amadeus von Savoyen und den Grafen von Burgund.Die allfällig vorhandenen Bundesbriefe zwischen Ludwig und Freiburgsollten hiedurch aufgehoben sein ***). Auf diese Weise gestärkt vermochteBern allen Anschlägen Herzog Albrecht's zu widerstehen. Auch brachen

*) Güichenon u. Buch 20- Kap. m. Buch 9 . Kap.

**) Urk. Mllret. ia lerto liLureiUÜ (10. 4ux,) 1291.

'**) Urk. Arch.