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einer ungemein fließenden Beredsamkeit begabt. Ueber dreißig Jahrebemühte er sich auf beständigen Reisen die Menschen zum Glauben undzu einem frommen Leben zu bewegen, bis er im Jahr 1148 auf derKirchenversammlung zu Rheims, bei welcher sich der Pabst persönlicheingefunden, zu ewiger Gefangenschaft in einem Kloster verurtheilt wurde, »in welchem er nicht lange nachher starb. Nach des Abt's von Clugny,
Peter des ehrwürdigen, Bericht, hatte die Lehre Peter's von Brüis soviel gewirkt, daß sich Leute von neuem taufen ließen, Kirchen entwcibten,
Altäre und Kruzifixe zertrümmerten, ja sogar Priester und Mönche mitSchlägen und Gefangenschaft mißhandelten und sie durch Schrecken undQualen zur Verehelichung zwangen. Eben so waren die Lehren Arnold'svon Brescia, eines Schülers Abälard's, während seines Aufenthales zuZürich und in der Umgegend nicht ohne Einfluß geblieben, der sich auchnach Uechtland hin verbreitet haben mochte, auf dessen einsamen Hügelnund Alpen überhaupt der Mensch zu tieferm Nachdenken und eigenthüm-lichen Ansichten über göttliche Dinge geneigter war *). Aber im 13.Jahrhundert wurden zur Bekämpfung und Unterdrückung der von denWaldensern und Albigensern verbreiteten Meinungen die Bettelorden und »
Ketzergerichte aufgestellt, deren Wirksamkeit sich auch über Helvetien ver-breitete. Im Jahr 1277 wurden zu Schwarzenburg einige Personen,welche von dem herrschenden Glauben abweichende Lehren aufstellten undungeachtet der Ermahnungen des Bischofs von Lausanne hartnäckig dabeiverblieben, auf Befehl desselben in eine Untersuchung gezogen, welcheder Mönch Humbert aus dem Predigerkloster in Bern leitete und derenErgebniß ein nach Ostern gegen diese Unglücklichen ausgesprochenes Ur-theil war, in dessen Folge sie nach dem milden Gebrauche der kein Blutvergießenden Kirche lebendig verbrannt wurden.
Schon Herzog Berchtold sollte einer alten Sage zufolge eine Kapellean der Matte, wo jetzt das Schulhaus steht, oder gegenüber dem Buben-berg'sthürlein erbaut haben, auch mag, wenn wir für bekannt annehmen,daß schon vor der eigentlichen Erhebung Bern's zu einem städtischenGemeinwesen ein Ort dieses Namens da gewesen sei, seit uralter Zeit "ein zum Gottesdienste bestimmtes Gebäude bestanden haben. Dennocherlangte Bern nicht alsogleich bei seiner Gründung eine eigeneWfarr-kirche, sonder» blieb in der Abhängigkeit der Kirche zu Köniz. Indessensetzten sich bei der zunehmenden Bevölkerung der Stadt einem solchenVerhältnisse immer Schwierigkeiten entgegen, weßwcgen mit Bewilligungdes Bischofs Rogerius von Lausanne, auf dem nämlichen Platze, wodas jetzige Münster steht, eine Kirche zur Ehre der Mutter Gottes
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) Wir;, helvetische Kircheilgeschichtc, I. Bd. S. 20Z.