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Hochschulen erhielten. In der Regel gab es bei den Klöstern zwei Artenvon Schulen, die eigentliche Kloster- oder innere Schule, welche nur fürdie sich dem Klosterlebcn weihenden und die äußere oder kursorischeSchule, welche für die weltliche Jugend bestimmt war. In den letzter»,welche gewöhnlich nur von den Kindern der vornehmsten oder reichstenEinwohner der Umgegend besucht wurden, bestand der Unterricht im Lesenund Erklären der heiligen Schrift in der Muttersprache und im Schreiben.Die Schulmeister wurden in lateinischer Sprache scolsstici, deutsch Lese-meister genannt. In den innern Schulen waren das sogenannte Triviumund Quadrivium die gewöhnlichen Gegenstände. Unter jenen begriff mandie Grammatik, Rhetorik, Dialektik, unter diesen hingegen die Arith-metik, Geometrie, Astrologie und Musik. Den Studenten war nur derGebrauch der lateinischen Sprache gestattet. Im 13. Jahrbundert klagteman indessen stark über den Verfall dieser Schulen. Wo diese Kloster-schulen nicht hinreichten, waren noch viele städtische und ländliche Ge-meinden ganz ohne Unterricht. Ob Bern gleich bei seiner Stiftung,ungeachtet feines geringen Umfangs und bei seiner Abhängigkeit von derPfarrkirche zu Köniz, eine eigene Schule gehabt, ist um so mehr zweifel-haft, als man in der Handfeste von Frcibnrg, deren Bestimmungen auchfür Bern galten, keine Spur einer solchen Anstalt findet. Merkwürdigist hingegen, daß in der Handfeste eines Schullehrcrs unmittelbar nachdem Schultheißen und dem Leutpriester erwähnt ist. Damals also mageine eigentliche Stadtschule bestanden haben, neben welcher dann beiEinführung der verschiedenen Klöster auch Klostcrschulen auftraten. Vondemjenigen aber, was daselbst getrieben wurde, ist uns außer dem Nameneiniger Lesemeister durchaus nichts bekannt. Allein der Umstand, daßdie höher gebildeten Lehrer sich meistens in den Jrrgängen dunkler undabgezogener, im wirklichen Leben wenig Anwendung findender, Grübeleivertieften, und der große Mangel, daß die Schullehrer zu vielen Kir-chendiensten verpflichtet waren, sowie daß der Kirchengesang die meistenStunden des Unterrichts einnahm, lassen uns aus geringe Fortschritteschließen. In den Urkunden des 13. Jahrhunderts, welche fast immervon Geistlichen abgefaßt wurden, ist eine ziemliche Kenntniß der lateinischenSprache nicht zu verkennen, welche nur hie und da nach den Bedürf-nissen eines der Römerzeit ganz fremden Lebens mit deutschen Wendun-gen und Ausdrücken verunstaltet wurde. Was aber die deutsche Sprachebetrifft, so blieb auch Helvetien weder der Verbesserung der schwäbischenMundart, welche während der Herrschaft der schwäbischen Kaiser diefrüher gewöhnlichere fränkische als Hofsprache verdrängte, noch dem leb-haften Verkehre fremd, der gleichzeitig zwischen schwäbischen und fran-zösischen Dichtern stattfand. Größerer Wohlklang und innigere Zartheit,