III Buch.
Das vierzehnte Jahrhundert.
Kapitel.
Aeußere Verhältnisse des Freistaats im Anfang des vierzehnten
Jahrhunderts.
Eeit der Wahl Adolfs von Nassau zum Könige der Deutschen warBern bei der unbeschränkten Reichsunmittelbarkeit geblieben, da bei dessenTod und der neuen Wahl König Albrccht's kein eigentliches Zwischenreichstattfand, und die Stadt gegen ihre feindselig gesinnten Nachbarn nachder Schlacht am Donnerbühl weiter keines fremden Schutzes zu bedürfenschien. Das Oberhaupt des Reiches aber war König Albrecht I. vonOesterreich, dessen merkwürdige Eigenthümlichkeit wir im vorigen Buchegeschildert» und dessen Königswahl für alle Völker Helveticas um sowichtiger war, als er zugleich für den mächtigsten Fürsten, dessen Länderin ihrem Umkreise lagen, gelten konnte. Denn nicht nur hatte KönigRudolf das alte Erbe der Habsburger im Aargau in Helvetien mitKyburg, Baden, Lenzbnrg, Zofingen, Grüningen, Freiburg und Luzernin Helvetien vermehrt, sondern in Deutschland seine Söhne mit Oester-reich, Steyer, der windischen Mark und der Markgrafschaft Burgaubelehnt. Auch war die Oberlehnsherrlichkeit der Landgrafschaft Burgund,ohne daß man genau weiß wie, an Oesterreich gekommen, welches sievon den Grasen von Buchegg verwalten ließ. Nächst dem Hause Habs-burg-Oesterreich, dessen ehrgeizige Entwürfe beinahe ganz Helvetienumfaßten, stand besonders das mit ihm so nahe verwandte Haus Habs-burg-Kyburg den Städten gegenüber; außer Burgdorf, seiner Hauptstadt,