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I. Band.
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Weise über tausend unschuldige Männer, Weiber und Kinder durch desScharfrichters Hand das Leben verloren, stifteten die Königin Elisabethund ihre Tochter Königin Agnes in dem Felde, wo der Mord geschah,großentheils aus den eingezogenen Gütern der Geächteten, ein Klosterder Minderen Bruder und ein Frauenkloster von Klarissinnen, die unterdem Namen des Gotteshauses Königsfelden bekannt sind. In derNähe desselben wohnte Agnes bis in ihr hohes Alter in einem kleinen,unansehnlichen Hause bei dem Kloster, nur von drei Frauen, die sie be-gleitet hatten, bedient. Hier brachte sie ihre Zeit mit Messehörcn, Wir-ken von Kirchengeräthe und Lesen in der Bibel und den Geschichten derHeiligen zu. In strengem Fasten, in demüthigen, Fußwaschen, selbstBesuchen von Siechen und Aussätzigen, Beistehen von schwer gebärendenMüttern und der Liebe in Almosen aller Art übertraf sie selbst die frömm-sten Klosterfrauen der Gegend. Solchergestalt wurde die Blüthe desAdels in Thnrgau, Zürich und Aargau von den Fürsten des HausesOesterreich dahingewürgt und ihre Güter eingezogen. Was aber fürFrüchte aus diesem Samen hervorgingen, und wer am Ende aus dieserVerheerung Vortheil zog, wird die spatere Geschichte lehren. Den Zeit-genossen aber blieb ein fürchterlicher Eindruck des Geschehenen.

Im Sommer des Jahres 1310 trat König Heinrich den auf demReichstage zu Speier beschlossenen Römerzug an, und traf auf demselbenam St. Jakobsabend, 24. Juli, mit der Königin, seiner Gemahlin, vielenFürsten und Herren, und einem Gefolge von beinahe tausend Pferden zuBern ein, wo er mit großen Ehrenbezeugungen aufgenommen wurde *),rnch sich einige Zeit aufhielt, bis er weiter nach Lausanne und Genf undvo.. da über den Mont-Cenis nach Turin zog. Ihm folgte eine Schaarvoa hundert Bernern über die Alpen **). Allein dieser Zug war mitgroßen Kosten verbunden, weßwegen Heinrich in Ermangelung andererHülfsquellen die Einkünfte des Reichs verpfänden mußte. Mitte Sep-tembers verschrieb er dem Freiherrn Otto von Grandson Stadt und SchloßLaupen um ein Geschenk von 1500 Mark, bis er oder seine Nachfolgersie wieder auslösen würden ***). Auf gleiche Weise übergab er das Reichs-thal Hasle pfandweise an die Brüder Johann und Peter von Wyffenburg,die ihn mit acht schweren Reutern und zwei Armbrustschützen nach Italienbegleitet hatten, und denen er die dafür versprochenen 184 Mark Silbernicht bezahlen konnte. Von dieser Summe sollte das Thal selbst 60 Mark

*) Tschudi ->a t 3 tv.

**) Tschudi »a i 3 to. Urk. Karl's iv. sä 134g.

***) Urk. a- xvn. o-u. I 3 w, im Arch. und im Soloth. Wochenbl.Jahrg. t82S, S. tos.