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ihrem gefangenen Herrn getreu und weigerten sich, Eberharden anzu-erkennen. Unter solchen Umständen war es, daß die Thuner zu ihrerSicherung ihren Vertrag mit den Waldstätten auf dem Brünig abschlössen.Einige Monate früher, im August 1317, hatte Freiburg seine Einwilligungzur Aufnahme des Kommenthurs von Summiswald in das Bürgerrechtvon Bern gegeben *).
Während des Jahres 1318 wurde Uechtland durch gewaltige Fehdenerschüttert. Für den Verlust, welchen er durch die Niederlage bei Mor-garten erlitten, schien sich Herzog Leopold durch Befestigung und Erwei-terung seiner Macht im Aargau, Oberland und Uechtland entschädigenzu wollen. Nicht nur wußte er das an Glückögütern und geistigemEinflüsse so wichtige Kloster Jnterlaken zu bewegen, daß es ihn alsKastvogt anerkannte, sondern es gelang ihm, auch den Grafen Eberhardvon Kyburg immer mehr an sein Interesse zu knüpfen, so daß er derzeitherigen Handlungsweise seines Hauses zuwider eine feindselige Stel-lung gegen Bern einnahm. Erschreckt durch die Macht und die ehr-geizigen Entwürfe so gewaltiger Herren verbanden sich Ende Februardie fünf Städte Freiburg, Bern, Solothurn, Murten und Viel auf'sengste zu Schutz und Trutz. Von Seite Freiburgs wurde nur Ludwigvon Savoyen, Herr der Waadt, von Seite Berns Hartmann Graf vonKyburg und Landgraf von Burgund vorbehalten **). Allein schon imApril mußte der gefangene Graf Hartmann seine Freiheit durch Anschlie-ßung an Oesterreich uud Verzichtleistung auf das freundschaftlicheVerhältniß mit den Waldstätten erkaufen***). Mit diesen letztemschloß jedoch Oesterreich selbst am 19- Juli einen Friedensvertrag oderWaffenstillstand ab, welcher von da an bis am 15. August 1323 öfterserneuert ward, so daß während dieser Zeit der Frieden nicht unterbrochenwurde.
Einen ruhigen Augenblick benutzten die Bcrner um einen Feind, dersie öfters geneckt und beschädigt hatte, ein für alle Mal unschädlich zumachen. Im Mai zogen sie nämlich vor Kerrenried, die feste Burg desHauses der Kerrcn. Hier wurde binnen 10 Tagen die Besatzung desSchlosses so in die Enge getrieben, daß ihr nichts übrig blieb, als mitStricken um den Hals herauszuziehen und das Erbarmen der Belagereranzuflehen. Eingedenk der alten Lehre gegen die Uebermüthigen kräftig,gegen den Demüthigen mild zu sein, schonten die Sieger das Leben derBelagerten, doch zerstörten sie die Burg 1).
*) Urk. mcnse ^Ußurli- Soloth. Wochcnbl. Jahrg. 183 t, S. 258 .
**) Urk. Soloth. Wochenbl. Jahrg. 1826, S. 80.
***) Urk. bei Tschudi ->ü 1318 .
-j-) Ltironicon äe Lern». JustiNgtr, Chronik.