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Nicht seiner eigenen Einsicht und Entschlossenheit, nicht der Aus,dauer und Tapferkeit seiner biedern Kampfgenossen allein glaubte Rudolfvon Erlach einen Sieg schuldig zu sein, der seine und seiner Landsleuteglänzendste Erwartungen übertreffen statte, sondern sichtbarlich schien einehöhere Macht die dem Untergang so nahe geglaubten Werner in so un-' gleichem Kampfe beschirmt zu haben. Dieser mußte daher vor allem die
Ehre gegeben werden. Daher ließ der Feldherr das gesummten Kriegsvolkzusammen treten, mit der Ermahnung Gott zu loben und zu ehren, daer selbst bei ihnen gewesen und für sie gestritten, so daß sie die gewaltigeZahl dennoch besiegt haben, und alsogleich ließen sich nach der Wald-stätte Gebrauch alle Krieger auf die Kniee nieder, erhoben stehend dieArme und sagten mit tiefer Inbrunst Gott und allen Heiligen Preis undDank für die geleistete Hülfe. Nachdem man sich wieder erhoben hatte,wendete sich von Erlach auf's Neue zu der Menge und dankte ihr fürden Gehorsam, den sie ihm bewiesen, so daß er mit ihnen und sie mitihm in großen Ehren bestanden seien. Auch gegen die Waldstätte undSolothurner, die er strenge, handfeste und liebste Freunde und Nothhelfernannte, wurde die wärmste Anerkennung ausgesprochen *).
So war die Besatzung von Laupen befreit, ohnt daß sie nur eine^ Ahnung von der Möglichkeit eines Entsatzes gehabt hatte, denn das
Geräusch, das sie während der Schlacht vernahm, hatte sie ganz andernUrsachen zugeschrieben. Als ihnen aber zu Ohren kam, was geschehenwar, milderte den Jubel über ihre glückliche Befreiung nur das ächtbernerische Gefühl des tiefen Bedauerns, durch Unkunde dessen was vor-ging, von der Theilnahme an einer so ruhmvollen That verhindert wordenzu sein. Die erste Sorge der Sieger war nun für die Verwundeten undTodten. Den Freiburgern und einigen unter den Herren ließen sie dieIhrigen wegführen, die übrigen wurden auf der Wahlstatt begraben.Die Zahl derselben wurde von den gleichzeitigen und spätern Schrift-stellern höchst ungleich angegeben und zwar weichen die Angaben überdie Zahl der erschlagenen Feinde von 1000 bis 4600 ab **). Die Werner^ sollen an Todten nicht mehr als 22 und die Waldstätte 13 gehabt haben,
hingegen waren viele von ihnen verwundet worden.
Nach alter Sitte brachten die Sieger die Nacht auf dem Schlacht-felde zu. Am andern Morgen aber, Dienstags am Zehntausendrittertage,kehrten die Berner mit feierlichem Sicgesgcpränge nebst der Besatzung
*) Tschudi u. s. w.
**) Der gleichzeitige Johann von Wintcrthur giebt sie wohl zu gering auftooo, der Verfasser des pi-oein i.Lupc„sis auf iZoo, das 6Uron. u« Ncrnoauf beinahe 4oM, Stcttler und Läufer auf 35<x>, Tschudi auf tsooMann zu Pferde und sivo zu Fuß an.