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I. Band.
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Solothurn Bürgschaft für ihre Freundin Bern *). Am Montage nach St.Georgentag, 23. April, bestätigte Bern die Freiheiten von Burgdorf**),und gleichzeitig entließen die Grafen die Stadt Thun auf's Feierlichsteihrer bisherigen Eide, und ermähnten sie, nunmehr der Stadt Bern alsihrer rechten Herrschaft Treue und Gehorsam zu leisten ***). Solchergestaltwar in diesem für Bern's Geschichte so höchst merkwürdigen Jahre, un-geachtet die Flamme der Zwietracht auf's Heftigste unter den Bürgerngewüthet hatte, nicht nur einer der gefährlichsten Feinde der Stadt bei-nahe unschädlich gemacht, sondern der Kern seiner Besitzungen selbst, dasEdelste und Kostbarste aus Zähringen's Erbe im Uechtlande, ein Bestand-theil des stets an Ehre, Macht und Ansehen wachsenden Berner Staatsgeworden. Diese unter jenen Verhältnissen beinahe wundervolle Erschei-nung aber verdankten die Berner, nächst dem segensvollen Beistande desAllerhöchsten, ihrer Standhaftigkeit und dem Gemeinsinne, womit jederBürger von Bern, stolz auf die mit Ruhm bedeckte Vaterstadt, allerkleinlichen Rücksichten vergessend, stets freudig sich selbst und das Seinigedem gemeinen Besten zum Opfer brachte.

Fast gleichzeitig mit dem Kaufe um Thun und Burgdorf, nämlicham 4. April, hatte Bern die alten Bünde mit Savoyen erneuert. Dersogenannte grüne Graf Amadeus VI. von Savoyen, mit welchem Bernund Frerburg den seit 1364 bestandenen Bund im Jahre 1373 wieder auszehn Jahre verlängert hatten, war beim Auslaufe desselben, im Jahre1383, gestorben, und gleich nachher hatten die Oberwallisev die Waffenergriffen, und nicht nur den nach dem gewaltsamen Tode Witschard's vonTavelli durch des Grafen Unterstützung zur bischöflichen Würde erhobenenPrinzen Eduard von Achaja vertrieben, sondern sogar sich der savoyischenBesitzungen in Unterwallis bemächtigt und einen Einfall in Ehablais ge-than. Auf solche Weise angegriffen, bot sein Sohn und Nachfolger, Ama-deus VII., mit dem Beinamen der rothe Graf, seine Lehensträger undVerbündeten auf, und ließ durch seinen Landvogt in der Waadt, Humbertvon Colombier, Herrn zu Sahlens, am 4. April zu Murten mit denBevollmächtigten von Bern, Konrad von Burgenstein, Ludwig von Sef-tingen, Peter von Wabern, Rudolf Wiprecht und Rudolf von Reichcnbach,den alten Bundesvertrag nicht nur erneuern, sondern die Dauer desselbensogar auf ewige Zeiten, und die gegenseitige Hülfe, statt auf fünzehnTage, auf sechs Wochen ausdehnen. Savoyen versprach Bern bis nach

*) Revers von Bern an Solothurn vom St. Georgenabend 1384; abgedrucktim Soloth. Wochenbl. Jahrg. 1816, S. 302.

**) Urk. vom Montag nach St. Georgentag.

***) Urk. zu Burgdorf am St. Markustage (25. April) 1384. Soloth.Wochenbl. Jahrg. 1830/ G. s4i.