Buch 
Rudolf von Werdenberg im Freiheitskampf der Appenzeller / von Thomas Bornhauser
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Doch traurig drehte die Gräsin das Haupt:

Dich täuscht die harmlose Seele,

Die, selber liebend, von mir auch glaubt,

Daß heimliche Liebe mich quäle.

Schwer drückt den Vater des Unrechts Macht,

Das hüllt um den Busen mir düstere Nacht;

Du schwelgst im Gefühle der Liebe,

Haß heißen Hedwigs 'Triebe.

An Werdcnberg wird das eigene Blut,

Wird Werdcnberg zum Berräther;

Und doch ist mein Vater so tapfer, so gut,

Er ist der beste der Väter.

An ihm nur hängt der Tochter Herz,

O könnt' ich ihm lindern den grausamen Schmerz,

Wie gerne würde das Leben

Sein Kind für den Vater dann geben.

Jetzt weilt er in Lindau dort, in der StadtAuf freundlich grünendem Eiland,

Dort würd' er so gerne durch weisen RathEntzweiten Bürgern ein Heiland.

Er führte den jungen Reinold zurück,

Den Oestreichs Rotte mit arger Tück'

Vom Heimatland, vom lieben,-'.

Hinaus in's Elend getrieben.

Die besser'» Bürger haben dafürDen Vater angegangen

Und dennoch wünscht' ich, er wäre hier

Mich faßt ein seltsames Bangen,

O wär' ich drüben, wär' ich dabei

Der Gute stellte die Wahl mir frei

Da trieb's mich zu diesen Höhen,

Dich ein Mal wieder zu sehen.