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Der Bischof, den Ulrichs Wort empört,
Ruft schnell die befreundeten Mannen,
Auf! zeiget, daß Werdenbcrg uns gehört,
Und treibet den Prahler von dannen!
Sie werfen sich wild auf das ragende Thor,Sie pflanzen das weiße Banner empor,
Und stürzen den Adler wieder,
Das Zeichen von Oestreich nieder.
Kaum sieht das der Hauptmann Bellinzon,
So kommt er dem Matsch zu Hülfe;
Bald schweigt der Sarganser Jubelten,
Sie beugen sich gleich dem Schilfe.
Von Neuem erhebt sich Oestreichs Aar,
Dem Herzog stellt man den Bischof dar,
Und hart verklagen die RitterDen trotzigen Johanniter.
Und Friederich zürnt: Was wolltest du?
Laß, Pfaffe, dich besser berichten;
Die Burg gehört und die Stadt mir zu,Mätsch that nach seinen Pflichten.
Doch du — du hast den Aufruhr geweckt,Hast frech mir den rühmlichen Adler befleckt.Du sollst das in meinen Verließe»
In Enstsheim dort mir büßen.
Kein Bitten wendet des Herzogs Wort.
Mätsch jubelt mit seinen Schaaren,
Komm, Pfäfflein, wir ziehen heute noch fort,Will treu dich im Käsig bewahren.
Graf Hans schaut bleich der Sache Verlauf,Er sucht den Rotenburger auf.
Geh! fleht er mit ängstlichen Mienen,
Den zürnenden Herrn zu versühncn.