Sie Trauer um meinen Verstorbnen, hätte düstreIdeen in ihr wecken, und ihr Anlaß geben kön-nen, zu sagen: daß ihre Absicht mir eine Zerstreu-ung zu geben, verlohren seyich faßte also denEntschluß, meine Trauer in mir zu verbergen —Diese kleine Uebung einer Pflicht gegen den Näch-sten, wirkte für mein Leben und meine Ruhe: —denn es war gewiß edle Zerstreuung meinerKummers, wodurch ich Zeit bekam, mein Her»in etwas von der drückenden Last meines Wehabzuwenden und Erholung zu finden. Es waraber auch nöthig, daß eine ausübende Tugendmich stützte, wie würde ich sonst den Verlust die-ses Sohns, und alle Errinnerungen getragen ha-ben , welche mich auf dieser Reise erwarteten?Denn mit ihm, mit dem blühenden geliebtenJüngling, hatte ich die erste Reise, indieSchweitzgemacht — alle, alle Gegenstände, welche seinreines gefühlvolles Herz gerührt hatten, riefenmir sein Andenke» zurück. Ost sah ich seine holdeGestalt vor mir , und fühlte neu seinen Verlust.Zu den Füßen der Wahrheit sey es bekannt, mitSchmerz erblickte ich junge Männer, von dem Al-ter meines Franz , die in Stärke und Gesundheitvor unsern Wage» kamen.
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Buch
Erinnerungen aus meiner dritten Schweizerreise : meinem verwundeten Herzen zur Linderung vielleicht auch mancher traurenden Seele zum Trost geschrieben / von Sophie von La Roche
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3
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