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Erinnerungen aus meiner dritten Schweizerreise : meinem verwundeten Herzen zur Linderung vielleicht auch mancher traurenden Seele zum Trost geschrieben / von Sophie von La Roche
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26
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Ich sah wenige meiner edlen gütigen BemerFreunde, und warum sollte ich sie aufsuchen? denGang ihrer vergnügten Tage, durch meine Trauer,geschichte unterbrechen. Nein, ich fühlte eine ArtFreude, die Rücksicht auf meinen Nahste» immerwirksam in meiner Seele zu finden : und mir sa-gen zu könne», daß ich im Glück, nie durch pra-lendes Frohsein, einen Leidenden krankte , undjetzo besorgt bin, daß der Anblick meines unsterb,liehen Kummers, kein lächle» von der Stirne mei-ner Nebenmenschen verscheuchen möge.

Laus« n ne.

86>r reisten früh ab von Bern, wo ich selbst dieUnterredung des so schätzbaren Herrn Professor Jttnicht gesucht, und nicht genossen hatte, aber derVerlust meines Franz, hat mich an das Verlierenalles dessen gewöhnt, was meine liebste Freudewar. Wir kamen durch eine Nebonabsicht desKutschers, über einen Theil des Wegs von Ve-ray hieher, und ich bekenne, ich war froh darü-ber , denn ich vermied dadurch den Schmerz, aufdie Stelle zu kommen , wo mein Franz mit mir,