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Erinnerungen aus meiner dritten Schweizerreise : meinem verwundeten Herzen zur Linderung vielleicht auch mancher traurenden Seele zum Trost geschrieben / von Sophie von La Roche
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188
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so fest, daß jeder Schlag auch sie getroffen hatte,und die Bauern hatten, bei all ihrer Wuth und.Klagen, gegen den Zauberer noch Menschlichkeitgenug , die weinende und bittende Frauenzimmerzu schonen , und zwangen sie nur r 1/2 Stundeweit, mit ihnen zu dem nächsten Municipalbeamtenzu gehen, wo Servan gefangen geftzt wurde, undsich nachher in die Schweitz fluchtete. Ich habeeine andre Art von Zauber in seiner Beredsamkeitgefunden, und bin überzeugt, baß, hätte dieserMann in der Nationalversammlung gesprochen,sr würden sie alle seinen Grundsätzen beigefallenseyn, die Gesetze waren befolgt, Recht, Ruheund Sitten hergestellt worden. Ich sah und horteihn noch ernmal, bei meiner Freundinn GeottZiema Salchly, bei welcher ich viel schöne Stun-den durchlebte. Man kann selten so viel Kennt-nis, edles Gefühl, und thätige Güte zeigen, alsman in dieser Frau findet. Professor Salchly ihrGemal, wurde mir Beweis: daß die eifrigste Va-terlandsliebe auch in mir wohnt. Denn es warm?r inniges Vergnügen zu hören , daß er einengroßen Theil seiner ausgebreiteten Gelehrsamkeitauf der deutschen Universität Heidelberg sammlete.Er ließt auch gerne deutsche Schriften , und seine