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Erinnerungen aus meiner dritten Schweizerreise : meinem verwundeten Herzen zur Linderung vielleicht auch mancher traurenden Seele zum Trost geschrieben / von Sophie von La Roche
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243
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mir die Ueberzeugung , daß es wirklich vorzügli-ches Glück des Lebens ist, von der Zeit der erstenGefühle der Seele, schone Tage in der freien of-fenen Lust auf dem Land , und den sich mehr ver-schlieffeuden Winter, in geselligen Versammlun-gen der Städte zu verleben, weil unvermerkt dieerste Lage, unsere Empfindungen für alles Guteund Schöne stimmt, und die andere, durch ver-einte Stralen des gesellschaftlichen Geistes der Welt,erheitert und erleuchtet.

Heute hörte ich von einem artigen Entfall derGenfcrinnen sprechen, welche sich zu Abänderungihrer Zeitvertreibe, Kupferstiche austheilten, wor-über dann eine jede eine Geschichte schreiben muß-te; da nun wie mich dünkt, Genes init ziemli-chem Recht das Paris des zia/e ös Vauä ist, undda es in allem , was Putz und Artigkeit betrift,nachgeahmt wird, so geschah es auch mit diesem Ge-danken.

Frau von Montolieu schrieb eine arabischeGeschichte über das Bild einer Frau, welche zwi-schen einem Löwen und einem Esel kämpft; Frauvon Darlens soll etwas Allerliebstes über eine vollNachdenken da sitzende Frau; Rosalie von Con-fiant, über eine Dame, vor welcher ein Mann