Fünfter Aufzug.
Erste Scene.
Bor Timons Höhle.
(ES treten auf der Dichter und Maler, Timon imHintergrund)
—. Mater.
Vo wie ich mir den Ort habe beschreiben lassen,'kannsein Aufenthalt nicht weit mehr seyn.
Dichter. Was soll man von ihm denken? Bestät-tigt sich das Gerücht, daß er so viel Gold hat?
Maler. Gewiß! Alcibiades sagt es; Phrynia undLimandra bekamen Gold von ihm; er bereicherte aucharme, umherstreifende Soldaten mit einer großen Spende,und man sagt, daß er seinem Haushofmeister eine be-trächtliche Summe gab.
Dichter. Also war sein Bankrut nur eine Prüfungseiner Freunde.
Mater. Weiter nichts; ihr werdet ihn wiederals einen Palmbaum in Athen erblicken, blühend biszum Gipfel. Darum ist es nicht übel gethan, wennwir ihm jetzt, in seinem vermeinten Unglück, unsre Liebebezeigen: es erscheint in uns als Rechtlichkeit; und wahr-scheinlich erhält unser Vorsatz, was er erstrebt, wenn dasGerücht, das seinen Reichthum verkündet, wahr ist.
Dichter. Was habt ihr ihm denn jetzt zubringen?
Maler. Für den Augenblick nichts, als meinenBesuch ; ich will ihm aber ein herrliches Stück versprechen.
Dichter. Ich muß ihn auf dieselbe Art bedienen,ihm von einem Entwurf erzählen, der sich auf ihnbezieht.