Frankreich. Revolution in England. 95
erstickt wurde '). Aber mit tiefem Schmerz sah das Volk seineHeldenmut!) gen Freunde, Rüssel und Sidney, auf dem Schaf-fote sterben, auch nennt die Nachwelt ihre Namen mit Liebe undEhrfurcht. Wohl war ihr Unternehmen wider die Geseze undwider die bestehende Gewalt, — aber nicht anders als jenes derglorreichen Stifter der Helvetischen und der HolländischenFreheit, und nicht anders als die bald darauf gegen Jakob II.ausgebrochene Revolution, die, weil vorn Glucke gekrönt, auchihre minder edlen Theilnchmer zu Ehren brachte. Auch hatte mauim Prozeß der beiden Gefangenen die offenbarste Verlezung derRechtsformen, die schreiendste Verdrehung der Geseze sich erlaubt,gegen den hochherzigen Sidney zumal, gegen welchen, als nurein Zeuge wider ihn aussagte, der blutdürstige Oberrichtcr,Jefferies, eine in des Beklagten Studierzimmer gefundene Hand-schrift ( conooi'iiUic; AOV< riinroul) als den zweiten
Zeugen aufführte, und hiernach die Geschwornen zum Aus-spruche „Schuldig" bewog. Wohl zeugen jene vortrefflichen cki«-c.-n»r^s („deren Grundsäze die besten und getreusten Unterthanenaller Zeiten bekannt haben," Hume) laut, aber für den Mär-tyrer und nur gegen seine Henker. Uebrigens wurde derSchuldigste unter den Verschworenen, der nämlich für SichSelbst die Thronfolge gesucht hatte, der H. v. Monmouth,da er Prinz war, völlig begnadiget.
Der Bau der Uneingeschränktheit schien jezt vollendet. Schreckenund Knechtsinn hatten sich der Nation bemeistert. Aus allenTheilen des Landes liefen die unterwürfigsten Adressen ein. DieLehre vom leidenden Gehorsam ward fast allgemeines Glaubens-bekenntniß, und die Universität Orsord verdammte ausdrücklichauch die gemäßigtsten Säze über bürgerliche Freiheit. Von derAusschließungsbill wagte Niemand mehr zu sprechen.
In dieser Lage der Dinge starb Karl ll., nach kurzer Krank-heit und erst 55 Jahre alt , ein Herr zwar von angenehmenGaben und nicht ohne Talent, aber gleichwohl ein schlechter König,frivol, unstät, verschwenderisch, ohne Ehrliche und Rechtsachtung,ungebcssert durch die Drangsale seiner Jugend, uncürgedenk desunglücklichen Vaters, nur dem Sinnengenuß und der Despotenlnst
1) 2) 168s. 6ten Febr.