98 Drittes Kapitel. Dritter Hauptkrieg gegen
hingegeben, und gleichgiltig für's Volksglück. Als einzigen Ent-schuldigungsgrund für so schwere Sünden führt Hume die Rath-schläge der „Ca datiere" an, dieser engherzigen, selbstsüchtigenHöflinge, deren eingcbonier Haß gegen das Volk erhöht war durchden vorübergehenden Triumph der Republik, und welche seit derRestauration nichts angelegener betrieben, als die völlige Erdrück-ung der gemeinen bürgerlichen Freiheit.
§. 15.
Jakob ll.
Ohne irgend einen Widerspruch bestieg jezt der Herzog vonAork, K. Jakob II., den erledigten Thron; ja er empfing vonallen Seiten die knechtischen Versicherungen der Unterthänigkeitund Treue. Das nengewählte Parlament, theils aus Furcht, theilsaus Vertrauen, bewilligte ihm einmüthig das ganze Einkommen,welches Karl II. am Ende seiner Regierung bezogen, auf Lebens-zeit , und kam allen seinen übrigen Wünschen bereitwillig entgegen.Der Herzog v. Monmouth, der, auf den Volkshaß gegen Jakobbauend, einen Aufstand gewagt hatte, fand nur wenige Anhänger,wurde geschlagen (bei Sedgemour) und hingerichtet. Dasselbewiderfuhr dem tapfern Argyle, welcher in Schottland fürMonmouth gestritten. Alles beugte sich vor dem König; das schot-tische Parlament wetteiferte mit asiatischen Sklaven an Selbst-wegwerfung. Dennoch hielt Jakob für nöthig, durch Schreckenseinen Thron zu stärken, und übte durch seine schändlichen Werk-zeuge, den Oberrichter Jesferies (der nachmals zum Lohn seinerMordthaten die Pairswürde erhielt) und den Obristen Kirke,gegen Monmouths unglückliche Anhänger, oder die man willkürlichfür solche erklärte, die blutigste Verfolgung. Viele wurden ohneProzeß gctödtct, und wo gerichtliches Verfahren statt fand, daerpreßte man mit Drohungen von den Geschwornen das Todes-urtheil. Das ganze Land, sagt Hume, war mit den Köpfen»nd Gliedmaßen der Schlachtopfer bestreut. Dazu kamen dieGewaltthätigkeiten der Soldaten, welche ungestraft wie in Fein-desland hausten, und schamlose Erpressungen, eines Vcrrcs wür-dig. Ein junges Mädchen gab dem Tyrannen Kirke ihre Unschuldhin, als Preis der Begnadigung ihres Bruders, sah den folgen-