1^4 Viertes Kap. Spanischer Successionskrieg.
Herren, durch seine Weisungen eingeengt, ermangelten meist derErlaubniß, das Bessere zu thun; auch wurden die Fähigsten undErfahrensten zurückgesezt gegen Neulinge; Eatinat, Nillars,und Ven dorne, die Augenblicke der Noth ausgenommen, muß-ten Lieblingen, wie Villeroi, wie der H. v. Orleans, wieFeuillade u. A. weichen.
§. 4 .
Kriegsgeschichte bis zur Schlacht bei Höchstädt.
Indessen blieb noch die ersten Kriegsjahre hindurch Frank-reich im Vortheil. Die Schwäche des Kaisers und seines Mini-steriums, der wieder ansaugende Bürgerkrieg in Ungarn, diealte Verwirrung und Ohnmacht des teutschen Reichs, die Ge-theiltheit der Allnrten endlich in Gesinnungen und Interessen, un-terstüzten die noch immer furchtbaren französischen Waffen, undder Sieg verließ die sonst von ihm auscrwählten Fahnen nichtplözlich. Ja, noch länger mochte er bei ihnen verweilt haben,wäre nicht die persönliche Kraft dreier, unter sich und für diegemeinsame Sache innig verbundener Männer gewesen, welche,im Feld wie im Rath, die Coalition zusammenhielten und dieneue Richtung des Schicksalstromes entscheidend bestimmten.Eugen, Marlborough und Heinsius waren diese Männer.
In Italien, woselbst der Krieg schon 1701 begonnen, nahmim folgenden Jahre Prinz Eugen durch kühnen Ueberfall denfranzösischen Feldherrn Villeroi in Crcmona gefangen, ohneNuzen für Oestreich, da jezt der geschicktere Vendome mit über-legener Macht die kaiserlichen Völker drängte, das belagerte Man-tun entsezte, auch bei Vittoria und Luzzara ') mit einigemVortheil stritt. Mühsam behauptete sich noch der Graf von Stah-rembcrg, welchem Eugen indessen die Anfuhrung übergeben, amPo; und als Vendome durch'ö Venctianische Gebiet gegenTricnt rückte"), um dem Kurfürsten von Baiern, welcher von ^seinem Land aus in Tyrol eingebrochen, daselbst die Hand zureichen, schwebte Oestreich in hoher Gefahr. Sie war destodringender, da gleichzeitig ein erneuter Aufstand in Ungarn
1) 15. Aug 1702.
2) 170Z'