Viertes Kap. Spanischer Successionskrieg. 113
brannte und die Mißvergnügten selbst an den Thoren Wienserschienen.
Aber die Tyroler - Bauern, tapfer und stolz, wie alleBergvölker, dabei ihrem Fürstenhaus mit so inniger Liebe zuge-than als die alten Schweizer der Freiheit, ergriffen die Waf-fen wider die Fremdlinge, erschlugen deren Mehrzahl und befrei-ten glorreich ihr Land. Zu gleicher Zeit wurde Vendome durchden Abfall Savoyens genöthigt, seine Truppen gegen Pie-mont zu führen. Stahremberg folgte ihm dahin nach, undso ward der Schauplaz des italischen Krieges geändert.
Noch immer stritten die Franzosen mit Glück. Viele Festendes Herzogs wurden erobert, wie Vcrrua, Villafranca,Nizza. Selbst Eugen, vom teutschenKriegslheater herbeieilend,lieferte fruchtlos das blutige Treffen bei Agnadcllo, und wichabermal bis Trient zurück Die Franzosen belagerten jeztTurin 2). An das Schicksal dieser Stadt schien jenes vonItalien geknüpft.
Sehr wechselvoll wurde indessen in Teutschland gestritten.Der zum römischen König gewählte Erzherzog Joseph, des Kai-sers ältester Sohn, eroberte zwar gleich im Anfang des KriegsLandauf; aber bald errang das verbündete französisch-bairische Heer die Oberhand. Billars besiegte den Markgra-fen von Baden bei Fried lingen ^). Ganz Südteutschlandblieb das folgende Jahr den Reichsfeinden preis. Der Kurfürst,nachdem er bei Schardingen und Einhofen gesiegt, ver-trieb die Oestreicher aus Tyrol, wurde jedoch selbst von denBauern wieder vertrieben und überwand später, mit Villarsvereint, die Kaiserlichen bei Höchstädt. Bald darauf schlugTallard bei Speierbach den Erbprinzen von Hessen underoberte Land au wieder').
Indessen hatte Marlborough, an der Spize des englisch-holländischen Heeres, die Niederlande ang-'griffen. DieBahn des glänzendsten Ruhmes that jezt diesem außerordenilichen— in Kriegs,, Staats - und Hofkünstrn von keinem Andern
11 1705. 2) ,706 5. Mai. 3) ,702
41 '2. Okt. S) 1703 März 6) 2o. Sept.
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