168 Fünftes Kap. Der große Nordische Krieg.
Willkürherrschaft. Anfangs im Bund mit Brandenburg undBraunschweig-Lüneburg gegen Schweden >), sodann befreun-det mit Frankreich und im Geist der Rcunioncn Ludwigs XIV. gegenHamburg und gegen Hol stein-Gottorp wiederholt die Waffenfahrend, verschwendete Dänemark sein Blut und Geld umsonst.Der Friede von Fontainebleau, welchen Frankreich diktirte,zwang es zur Rückgabe aller Eroberungen an Schweden; Ham-burg aber und Holstein - Gottorp wurden gerettet durch dienachdrückliche Einsprache mehrerer Reichsfürsten, so wie Schwe-dens und der Seemächte.
Der Sohn und Nachfolger Christians V-, Friedrich IV. ?),sezte dessen ungeachtet dieselben Entwürfe gegen das ihm bluts-verwandte Haus Hol st ein-Gottorp, welches seine in wieder-holten Traktaten, zumal in jenem von Altona 1689 anerkanntesouveraine Macht sorgfältigst hütete, fort. Der junge Herzog vonHolstein, Gemahl einer Schwester Karls XU., gedrängt durchden dänischen König, floh nach Stockholm, worauf Friedrich I V.sich gegen Holstein und Schweden mit dem König von Polenund Kurfürst von Sachsen, Friedrich August, verband.
§. 3.
Polen.
Friedrich August halte über seinen Witwerber, den Prinzenvon Conti, welchen Ludwig XlV. durch Geld und eifrige Un-terbaidlungen unterstüzte, theils gleichfalls durch Geld, theilsduich drohende Rüstung, den Sieg errungen ^). Die Mehrheitder seilen Edlen erwählte ih r zum Nachfolger des vortrefflichenJohann lll. Sobiesky, welcher Wien vor den Türken ge-rettet, und überhaupt glorreichen Krieg gegen die Pforte geführthatte. Vor Johann Sobiesky hatte der schwache MichaelWiesnowiecky gleich unglücklich als rühmlos dieWahlkronegetragen. Derselbe war der Nachfolger Johann Casimirs,des lezten Prinzen aus dem Hause Wasa, welcher den Friedenvon Oliva mit Schweb, n geschlossen und später aus Unmuth
1) S. Kap. II. §. 18. 2) 16N» — 1730. 3) 1697.
4) 1669 — i67.j.