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Achter Band.
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Fünftes Kap. Der große Nordische Krieg. 137

§Jn Dänemark hatte derselbe König Friedrich III.,welcher in den Friedensschlüssen zu Roeskild und Kop peil Ha-gen so große Einbuße gegen Schweden erlitten, solches Un-glück durch Eroberung über seine eigenen Stände reichlich ersezt.Auf dem Reichstag von 1660, veranlaßt durch die dringendeNoth des tiefgesunkenen Reiches, vereinigten sich die Bürger unddie Geistlichkeit mit dem König zur Herabsezung des übermütbi-gen Adels, und glaubten ihr Heil zu finden in der Erhöhung derKönigsmacht. Also beschlossen sie, der Thron solle zum Erb-Thron für die männlichen und weiblichen Nachkommen Friedrichs II I.erklärt, und die drückenden Kapitulationen (Handfästninge) solltenaufgehoben seyn. Der Adel, nach heftigem, doch wegen der kluggetroffenen Gegen - Maßregeln unwirksamen Widerstreben, tratdem Beschluß der beiden übrigen Stände bei, wodurch der König,da an die Stelle der aufgehobenen Kapitulation keine andere ge-sezt ward, der That nach unumschränkt, alleiniger Selbstherr-scher wurde. Eine sehr günstig für den König abgefaßte Sou-verainitäts-Akte und das später zu deren Erklärung gege-bene, jedoch erst bei der Krönung des folgenden Königs verkün-dete Königsgesez b) befestigte und vervollständigte diese wich-tige Umwälzung, wodurch, gegen die Absicht der Stände, nichtnur der Adel, sondern auch der Bürgerstand und die Geistlichkeitum alle politischen Rechte gebracht, der Reichstag, wie der Reichs-rath abgeschafft, und eine monarchische Autokratie in Däne-mark und hiernächst auch in Norwegen eingeführt ward.

Der Verfasser des Königsgcsezes Selbst, der KanzleisekretärSchuhmacher, später Graf von Greiffenfeld und ersterMinister, erfuhr und beweinte in 23jährigem Kerker, worein ihnChristian V.^) zum Lohn für seine klugen Rathschläge undtreuen Dienste stürzte, die königliche Allmacht, die er in redlichemIrrthum für das Heil des Staates gehalten.

Auch das Volk Dänemarks und seine Nachbarn erfuhren invielem Kriegesdrang, welcher durch unnöthige und ungerechteUnternehmungen K. Cbristians v. über sie kam, den Fluch der

1) 1658 und 1660. 2) 1661. 3) 1665. 1670.

D Regierte von 1670 — 1699.