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Achter Band.
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144 Fünftes Kap. Der große Nordische Krieg.

und einer Commission die Sorge der Reichsvertheidigung über-lassen; für Sich Selbst behielt er den äusseren Krieg.

Inzwischen hatte K. August von Polen Riga belagert,jedoch ohne Erfolg. Bevor Karl über diesen vorzüglich gehaßtenFeind herfiel, gedachte er den Czaar Peter zn schlagen, welchermit starker Macht in Jngermannland eingefallen war undNarwa belagerte. Mit achttausend Mann eilt der schwedischeKönig seinen übrigen Truppen voran, wirft zu Boden, was ihmsich entgegenstellt, und stürzt während eines heftigen Schneegestö-bers auf die wohlverschanzte, durch vieles Geschüz drohendeHeeresmasse von 80,000 barbarischen Streitern Der Herzogvon Croy befehligte dieselbe; der Czaar war abwesend. Kaumerschien jemals so glänzend wie hier die Ueberlegenheit der Kriegs-zucht über die rohe physische Kraft. Nie war ein Sieg vollstän-diger als der schwedische bei Narwa über den zehnmal stärker»Feind. Viele tausend Russen wurden erschlagen, alle übrigengefangen. Karl behielt blos die Häuptlinge, den gemeinen Troßschickte er entwaffnet heim.

Bei der Kunde solches Unfalls zitterte Moskau. Der Czaar,mit verdoppeltem Eifer, rüstete sich zum neuen Kampf. Er hofftevon dem Feinde selbst endlich siegen zu lernen, und des blutigenWeges zu solchem Ziele achtete er wenig.

Aber Karl, vielleicht wähnend, mit dem einzigen großen Schlagdie Russen sich unschädlich gemacht zu haben, verfolgte seinenSieg nicht, sondern zog jezt gegen Polen.

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Krieg in Polen.

An den Ufern der Dnna, deren Fluten den Ungestüm Karlsnicht zurückhielten, wurde König Augusts sächsisches Heer ge-schlagen ^), worauf der schwedische König ganz Liesland undKurland einnahm, in Litthauen und bald darauf auch inPolen drang.

Dieses unglückliche Reich war schuzlos durch die Fehler seinerVerfassung. Die Nation hatte keinen Willen und keine Kraft.

1) 20. Noo,

2 ) I701. 2 uli,