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Achter Band.
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Fünftes Kap. Der große Nordische Krieg. 147

Stanislaus, und dessen Bürger und Bauern abwechselnd in einesoder des andern Namen geplündert und zertreten wurden.

Eine abermalige Niederlage der Sachsen bei Fraustadtbefestigte die Herrschaft Schwedens in Polen. Der FeldmarschallRehnschöld schlug allda auf's Haupt das weit stärkere HeerSchulenburgs, troz desselben trefflicher Anordnung und fast ohneKampf, durch den panischen Schrecken, welchen die Truppen deslezten, zumal die moskowitischen, befiel. AberUumenschlichkeitbefleckte die Lorbeer,: Rehnschölds. Anderthalbtausend Russen, dieknieend um ihr Leben baten, ließ er einige Stunden nach ihrerGcfangennehmung todten, einige Grausamkeiten ihrer Brüder zurächen, oder weil es beschwerlich däuchte, so viele Gefangene zubewahren.

§. 8 .

Krieg in Sachsen. Friede zu Altranstädt.

Schon früher war König August zurück nach Sachsen ge-gangen. Von da aus that er noch einige schwache Angriffe aufPolen, erschien auch wohl Selbst wieder hier und dort unter seinenwenigen Getreuen, um ihren Muth zu beleben. Aber Karl, wie-wohl fast des ganzen Königreiches Herr, ließ nicht ab von seinemGegner und zog, um ihn der lezten Hilfsmittel zu beraube >, durchSchlesien und die Lausiz nach Sachsen, unbekümmert um denZorn des Kaisers und um die Drohungen des teutschen Reichs-tages, welcher gegen solche Vcrlezung des Reichsgebietes ehren-halber protestirte. Zu Altranstädt, unfern Lüzen, schlug ersein Lager und beherrschte und brandschazte von da aus ganzSachsen. Nirgends war Widerstand. Da bat König August, anKraft wie an Hoffnung verarmt, um Frieden und erhielt ihn unterdem harten Gesez, daß er Polen für immer entsagen und Sta-nislaus als dessen König erkennen, daß er die Prinzen Sobieskyehrenvoll in Freiheit sczen, alle Verbindung mit den FeindenSchwedens, zumal jene mit Rußland aufgeben, den SchwedenWinterquartiere in Sachsen verstatten, und daß er den Liefländer2. Reinhold Patkul ausliefern solle °).

1) 1703, Febr. 2) 1706. 24. Sept.

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