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Achter Band.
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Fünftes Kap. Der große Nordische Krieg. 1Z3

Auch die Gerichte und dieRechtsgeseze wurden verbessert.Doch erlebte der Czaar die Vollendung seines neuen Gesczbuchesnicht, woran er eine Reihe von Jahren gearbeitet hatte. DiePolizei der Hauptstädte und des Reichs dagegen wurde wie neugeschaffen, meist nach dem Muster der französischen, daherzwar im Einzelnen wohlthätig, im Ganzen aber und in dem siedurchwehenden Geist der despotischen Gewalt allzu dienstbar.

Diese Schöpfungen, Verbesserungen und Umstaltungen, diewir hier summarisch betrachtet haben, laufen durch die ganzeRegierung des großen Peter. Aber der innere Zusammenhangderselben nöthigte uns dabei, der Zeitrechnung voranzueilcn, undSpäteres mit dem Frühern zu einem vollständigem Uebcrblick zuvereinbaren. Doch wurden alle Reformen schon in den erstenRegierungsjahren begonnen, und schon in diesen zeigt sich derselbeGeist und Charakter des Czaars wie in den lezten.

§. 11 .

Schlacht von Pultawa.

Und diesen Fürsten wollte Karl XII. entthronen! Vergebenssuchte Frankreich den Frieden zu vermitteln, damit es dieschwedischen Waffen gegen den teutschen Kaiser lenke. DerKönig erklärte, daß er nur in Moskau unterhandlen werde. DerCzaar aber voll Selbstgefühls rief: „Mein Bruder Karl willden Alexander spielen; er wird aber an mir keinen Darms fin-den." —

Mit 45,000 Streitern zog Karl von Altranstädt gegen denCzaar, die zerstreuten russischen Truppen in dem verwüstetenPolen vor sich hertreibend, durch Litthauen über die Bere-zina, schlug die Russen bei Hollowtschin') und drang überMohilow in Rußland. Ueber Smolcnsk, bis wohin ervorrückte, ging die Straße nach Moskau. Hier aber wandteKarl sich südlich nach den Steppen der Ukraine, wohin Ma-zeppa, der Hetman der Kosaken, sein Verbündeter, ibn ein-lud, um allda mit Hilfs - Mannschaft, Kriegsbedarf und Lebens-mitteln ihn zu verstärken. Eben dahin eilte weit her aus Lief-

1) 1708. 7. Sept

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