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Achter Band.
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166 Fünftes Kap. Der große Nordische Krieg.

§. 18 .

Persische Geschichten. Schah Nadir.

Auch Asien empfand seine starke kaiserliche Hand. Wäh-rend der schrecklichen Zerrüttungen, unter welchen damals P er-sten seufzte, als die wilden Afghanen, von den nordöstlichen Ge-birgen Kandahars hcrstürmend das blühende Reich der Sofi'sverwüsteten, und der Empörer Mahmud das Haus dieser wcit-gebictenden Fürsten würgte, ersah Peter die Gelegenheit, mächtigam kaspi sehen Meere zu werden. Die Räubereien der wildenLes gier, wodurch die für den persischen Seidenhandel neu errich-tete russische Handels-Kompagnie in Skamachia ihren Unter-gang gefunden, gaben den Anlaß zu einem Eroberungskriegdc-ssen erste, köstliche Frucht die wichtige Handelsstadt Derbenddas berühmte Fclsenthor am kaspischen Meere war. Bald nach-her flehte der Schah Thamasp die Hilfe des Czaars gegen dieAfghanen an, und trat als Preis dafür die kaspischen Provin-zen Daghestan, Schirwan, Gilan, Mazanderan undAstcrabad, nebst den Städten Baku und Derb end an Ruß-land ab. Auch die Türken bat Schah Thamasp um Beistand,wiewohl sie, seine Bedrängniß benüzend, sich Georgiens be-mächtigt hatten, welches ihnen auch in einem spätern Friedenverblieb.

Solche Drangsale Perstens aber waren die Folge der Er-schlaffung der Sofi's, aus welchen Schah Soliman°), derSklave seiner Verschnittenen, das erste auffallende Beispiel dererbärmlichsten Schwäche gab. Sein Sohn und Nachfolger,Hussein, durch die Wahl der Verschnittenen dem kräftigerenBruder Mirza Abbas vorgezogen, ein thatloser Schweiger, indessen Namen die Verschnittenen die schamloseste Tyrannei aus-übten, ward plözlich durch den Ausruhr der Afghanen, der krie-gerischen Hirten von Eandahar, erschreckt. Schon in der erstenZeit seiner Regierung hat Mir Weis, eines ihrer tapfern Häup-ter, durch List und Gewalt sich die Unabhängigkeit erstritten. Des-selben Sohn, Mäh in u d, ein roher Wulhrich, drang in das Herz

1 ) 1722 .

2 ) 1666 - 1694 .