dem Rastadt-Baden'schen Frieden.
177
Unterthänigkeit an; und die Gefängnisse wurden auf königlichenBefehl erfüllt mit Appellanten. Le Tellier gedachte auchdie Entsczung des Erzb. Nvailles zu bewirken, aber der Königstarb vor Vollendung des bereits eingeleiteten Werkes; undnach seinem Tode wurde der verhaßte le Tellier von dem fürRcligionssachen sehr gleichgiltigen Herzog Regenten zur fast allge-meinen Freude verbannt.
Später schien dem Herzog Regenten und seinem Vertrauten,Dubois, Erzb. v. Cambray, bedenklich, wegen theologischenZankes sich mit dem Pabst zu entzweien. Das Zerwürfniß mitSpanien forderte zur Behutsamkeit auf. Also wurde der Kirchen-fricde emsiger als je gesucht, die volle Ungnade des Hofes aufdie Appellanten geworfen, und dagegen die Accept antenin alle Wege begünstiget und geehrt. Die Parlamente wurdengezwungen, die Bulle zu registriern *). Zu derselben Zeit sankder Jansenismus durch Wun Vorgeschichten, welche von eini-gen seiner fanatischen Anhänger verbreitet wurden, wie durchjene, denen der Leichenhügel des Diakonus Fr. Paris zumSchauplaz diente, in Verachtung. Die Verständigen wandten sichab von der Sekte, worin au Krämpsen leidende Verrückte dieHauptrolle zu spielen anfingen; doch hat sie selbst noch in späternZeiten und bis gegen die Aufhebung der Jesuiten hin Unruhe,Verfolgung und selbst verbrecherische Auöbrüche veranlaßt.
Verwandt mit diesen Streitigkeiten waren jene über denQuietismus, welchen eine mystische Schrift des spanischenPriesters, Molinos, die xssruunli.-, den Ursprung gab.
Diese Schrift wurde verkczert und verdammt, wie jene desJansen. Aber wie in allen Zeiten fanden sich auch damals vielefromme Schwärmer, welche seiner, die Ruhe in Gott, oder dasvöllige L'clbstverliercn in der Liebe Gottes predigenden Lehre sich'Hingaben. In Frankreich thaten es mit besonderem Aufseheneinige Weiber, unter ihnen die berüchtigte Bourguignon, dieKrüdener ihrer Zeit, und Fcnelon's interessantere Freundin,die Wittwe Guion.
1 ) 1720 . 2 ) 1675 .
». Rotten Gcsch. 8r Band.
12