196 Sechstes Kap. Von den Zeiten zunächst
§. 13.
John L a w-
Dieser großen Finanznoth zn steuern, war eine der Hauptauf-gaben für den H. Regenten Eine Untersuchung gegen dieFinanzpächter, denen das Geraubte nun wieder geraubt ward,sodann abermalige Münzerhöhungen und andere noch gehässigereOperationen halfen wenig; zu dem allein angemessenen Mittel derZusammenberufung der Reichsstände seine Zuflucht zu nehmen,wagte der die despotische Gewalt über Alles liebende Hof nicht,den Banquerot zu erklären scheute man sich. Also ward der Planergriffen, welchen John Law, ein Schottländer, vorgeschlagen,durch eine allgemeine Bank die Staatsschulden zu tilgen , undzugleich dem Mangel der circulirenden Geldmasse mittelst derBankbillete abzuhelfen. Das Hilfsmittel hätte treffliche Wirkungthun mögen, wenn man dabei mit Weisheit, Mäßigung und Red-lichkeit verfahren wäre. Durch die Einlagen der Reichen hättedie Bank, und hinter ihr stehend die Regierung, große Geldsum-men in die Hand erhalten, und dabei die dringendsten Staats-schulden ohne Mühe mit Banknoten bezahlen können, und es wür-den solche Noten auch im Privatverkehr die Stelle der Barschaftersezt haben, — wenn und so lange der Credit der Bank auf-recht gestanden wäre. Auch nahmen, nachdem Law selbst undviele der reichsten Privaten ihr Geld in diese Bank gelegt hatten,viele Staatsgläubiger die Bankpapicre an Zahlungsstatt an.Sodann wurde durch Verbindung der Bank mit einer Handels-gesellschaft nach dem Mississippi, welche große Gewinnsdivi-denden versprach, und zu der man die Aktien mit Banknoten sogut als mit barem Gelde erkaufen konnte, bald auch durchUebertragung des ganzen Ost- und West-Indischen Handels undverschiedener Zweige der Staatseinkünfte an dieselbe Bank, ihrCredit schnell und zwar dermaßen in die Höhe gebracht, daßAlles nach Aktien rannte, und ein ganz unglaublicher Taumel das
1) lli»!,. du clcn tiu.inees sous ü» miiioiitä cle I.ouis XV.
ü 1739.
2) 1716. 1717.