Türkenkricg. 219
besize, und wer nicht der griechischen Kirche angehöre, RußlandsKaiser nie seyn könne.
Z. 2.
Peter II.
Peter II., Aleriewitsch, war noch unmündig. FürstMenczikow, jezt auch Herzog von Jngermanland und Ober-seldhcrr aller russischen Heere, sollte bis zur Großjährigkeit desCzaars die Regentschaft führen. Aber sein Stolz empörte diemoskowitischen Großen, und seine Selbstsucht, die kein Ziel desEmporsteigens kannte, verbarg ihm den Abgrund längs des glattenPfades, den er vermessen wandelte. Die Verlobung seiner Tochtermit dem zwölfjährigen Kaiser versprach das Reich in sein Hauszn bringen, und in denselben Tagen stürzte ihn der junge KnäsDolgorouky, des Czaars Jagdgcfährte und Liebling. Menczi-kow ward seiner Würden, ward seiner Schäze beraubt und mitseiner Familie nach Sibirien verwiesen'). Menczikow in-dessen zeigte sich durch Standhaftigkeit noch größer als sein Unglück.
Diese Hof-Revolution ward das Reich kaum inne. Die Ver-waltung ging in den gewohnten Formen, und der Ezaar gehorchtejezt den Dolgorouky's, wie früher Menczikow. Eben sahsich dieses ehrgeizige Haus der Vollendung seines Glanzes nahe;eine Dolgorouka war dem Kaiser verlobt, als der durch Ver-gnügungen geschwächte Jüngling plözlich starb ").
§. Z.
Anna I.
Abermal war das Reich verwaist. Die Großen desselben, dieDolgorouky's an der Spize, und zumal der böchste geheimeRatb, aus acht der vornehmsten Häupter bestehend, gedachten die-sen Umstand zur Beschränkung der Kaisermacht zu nüzen. DasBeispiel Schwedens lockte sie. Also ward beschlossen, die Tochtervon Peters >1. Bruder Iwan, welcher jenem wegen Schwächeden Thron abgetreten, Anna Jwanowna, vcrwittwcte Her-zogin von Kurland, zur Kaiserin auszurufen, wofern sie zuvor
2) 1730, 29. Jan.
1) 1727. Sept.