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Zehntes Kapitel. Begebenheiten
Unter den Päbsten dieser Zeiten ist zumal Clemens XI.(Albani) — welcher gegen Kaiser Joseph I. den ungleichenStreit mit weltlichen Waffen versuchte — berühmt geworden durchvielfache Zerwürfniß mit säst allen Höfen, die in näherer Berüh-rung mit Rom standen, und durch seine uüglückliche Bulle „Uni-genitus".
Sein zweiter Nachfolger, Benediktus XIII. ') (Ursini),war aus Furcht oder Verführung nachgiebiger gegen die Mächte.Er ließ sich lenken durch seine Vertrauten, ohne selbsteigenes Ur-theil. Derselbe hat den Pabst Gregor VII. heilig gesprochen,Weil man von ihm es begehrte. Aber die öffentliche Meinungerklärte sich durch fast ganz Europa laut gegen diese Canonisation.
Der staatskluge und tapfere König Victor Amadeus vonSicilien, und an dessen Statt nachmals von Sardinien, wel-cher allererst solche königliche Würde aus sein Haus Savoyengebracht, endete kläglich. Er trat um die Zeiten des Seviller-Traktats, beängstigt durch den wohlverdienten Zorn der streitendenMächte Oestreich und Spanien, welchen beiden er trüglicheVerheißungen gemacht, das Reich seinem Sohne, Karl Emma-nuel, ab, hoffend, dadurch die ihm drohenden Gewitter zu be-schwören, aber des Sinnes, nach vorübergegangenem Sturme dieRegierung von Neuem zu übernehmen. Als er aber lezteres wirk-lich zu thun gedachte, wurde er gefangen genommen auf Befehlseines unnatürlichen Sohnes. Man trennte ihn sogar von seinerGemahlin, der Gräfin von St. Sebastian. Trostlos starbViktor Amadeus ein Jahr nach seiner Gefangen sezung
Karl Emmanuel indessen, nach dieser VatermörderischenBehauptung des Thrones, regierte unter Beistand seines klugen,scharfsichtigen Ministers, des Marquis d'Ormca, kräftig undpolitisch weise. Er ordnete den Staatshaushalt, das Heerwesenund das Befestigungssystem seines Landes. Die Alpenpässe, derenHut seinem Hause durch dre geographische wie durch die politischeStellung angewiesen erscheint, machte er stark durch wohlgewähltePläze der Vertheidigung.
I) ,724.
2) 1732. 31. Okt.