des siebenjährigen Krieges. 27S
Frau verachtete und verabscheute. Die Marquise bezeigte sichdankbar und stimmte ihren königlichen Liebhaber für die Allianzmit Oestreich. Der Minister, Cardinal Bernis, ging ihr dabeitreulich an die Hand. Die Verbindung war im Geheimen ge,schloffen und bedurfte nur eines geeigneten Anlasses, um Lud-wig XV. zur Unterzeichnung vorgelegt, auch um öffentlich undförmlich erklärt zu werden.
Schon früher hatte Oestreich mit Rußland sich verbündet.Der am 22sten Mai 1746 geschlossene Defcnsiv-Traktat zwischenbeiden Mächten enthielt bereits einen geheimen, gegen Preußen ge-richteten Artikel. Auch Sachsen war völlig gewonnen, und ver-langte blos, daß ein günstiger Augenblick zum Angriff erwartetwerde.
Alles dieses wußte König Friedrich wohl. Durch listige Er-forschung uud wohlbezahlte Verrätherei hatte er von den Planenseiner Feinde die genaueste Kunde erhalten. Er rüstete sich dem-nach eifrig zur Selbstvertheidigung; wohl auch zum Angriff, wieman auf östreichischer Seite behauptet, und wie nicht undeutlicheSpuren vorliegen. Friedrich war lüstern nach Sachsen undder Lausiz; ihr Besizer sollte auf Unkosten Oestreichs durchBöhmen entschädigt werden.
§. 7 .
F o r t s e z u n z.
Bei so gespannter Lage bedurfte es nur noch eines Anlasseszum Ausbruch. Solchen Anlaß hatte das Verhängniß vorbereitetin den Wäldern Nordamerika's.
Eine Unachtsamkeit der Diplomaten, welche 1713 den Friedenvon Utrecht schlössen, verursachte anderthalb Menschenalterspäter einen siebenjährigen fast allgemeinen Brand. In jenemFrieden hatte Frankreich Akadien an die Engländer abgetreten„nach seinen alten Grenzen." Aber Akadieu hatte keinebestimmten Grenzen, und man bedachte, aus Unbekanntschast mitder Wichtigkeit der Kolonialverhältnisse, damals nicht, welcheFolgen aus solcher Unbestimmtheit hervorgehen könnten. Zwarschritten die Einsichten in solche Dinge in der Zwischenzeit vomUtrechtcr bis zum Aachner Frieden merklich voran: gleichwohl