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Achter Band.
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Zwölftes Kapitel. Die Zeiten

Um die Feindseligkeit Oestreichs und Preußens also, stattum die alte zwischen Frankreich und Oestreich, drehte sichjezt die europäische Politik. Dadurch wurden alle Verhältnisseverrückt, und Europa bezahlte bald mit siebenjährigen schwerenLeiden die Erhebung Preußens.

§. 6 .

Ursprung des siebenjährigen Krieges.

Aber das Ungewitter zog sich nur langsam zusammen, undEuropa genoß nach dem Aachner Frieden noch acht köstlicherFriedensjahre , bezeichnet fast in allen Staaten durch das Aufblühenmanches Schönen und Guten, durch wetteifernde Bestrebungen derRegierungen und der Regierten zur Heilung der Kriegswunden,znr Emporbringung des Ackerbaues, der Gewerbe und des Han-dels, zur Verbesserung des bürgerlichen, kirchlichen und wissen-schaftlichen Zustandes. Oestreich zumal, meist auch aus Eifer-sucht gegen Preußen, bemühte sich, seine StaatSkräste zu erheben;es ordnete die Finanzen, das Heer und die wichtigeren Zweigeder Administration, freilich auf noch mangelhafte, doch in Ver-gleichung mit dem früheren Zustand auf sehr wohlthätige Weise.Maria Theresia übertraf hierin, überhaupt an Regentengaben,an Einsicht und Dolkslicbe fast alle ihre männlichen Vorfahren weit.

Bei diesen Fricdensarbeiten vergaß sie jedoch der Rüstung gegenPreußen nicht. Ihr wohlbegründcter Haß gegen Frankreichwich dem leidenschaftlicheren gegen Friedrich. Schon auf demAachener Kongreß hatte ihr Minister, der in den Annalen deröstreichischen Diplomatie als Stern erster Größe hervorleuchtendeGraf von Kauniz-Nittberg, dem französischen Gesandtenvertrauliche Worte gesagt von dem Wunsche Oestreichs, mit Frank-reich sich zu verbinden zur Erniedrigung Preußens. Nach geschlos-senem Frieden ging Kauniz als Gesandter nach Paris, und ge-wann, geschickt und glücklich für seinen Plan, die Marquise vonPompadour, welche den König beherrschte. Sein Nachfolgerin der Gesandtschaft, der Graf von Stahremberg, sezte dasBegonnene eifrig fort, und Maria Theresia Selbst ließ sichherab, zur Befriedigung ihres Hasses gegen König Friedrich,eigenhändig der Maitresse zn schreiben, welche sie als Königin und