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Zwölftes Kapitel. Die Zeiten
Oestreich er unter D aun von einer, die Reichsarmee vonder andern Seite den Prinzen Heinrich gedrängt. Dresdenwar ihr Ziel. Der König vereinte sich mit seinem Bruder, wardaber bei Hochkirchen allwo seine eigensinnig gewählteschlimme Stellung zum Angriff einlud, von Daun überfallenund mit großem Verlust an Streitern, Feldherren und Hecrge-räthe geschlagen. Doch niemals war Friedrich größer als imUnglück. Er entriß dem siegenden Daun alle Früchte desTriumphs durch überlegene Taktik, und behauptete Sachsen.
Der Feldzug wider die Franzosen inWcstphalen und amRhein, wiewohl gleichfalls blutig und wechselvoll, bietet gerin-geres Interesse dar. Anstatt Richelieu hatte jezt der Graf vonClermont, Abt von St. Germain des Pres, den Stabergriffen, ein durchaus wcrthloser Günstling der Pompadonr.Derselbe räumte, von dem Herzog Ferdinand gedrängt, inin flüchtiger Eile alles nicdersächsische und westphälischeLand. Erst am linken Rheinufer hielt er sich sicher; aber derHerzog ging über diesen Strom und schlug seinen erbärmlichenGegner bey Crefeld Der Nachfolger Clermont's, Mar-quis von Contades, unterstüzt von den Heerhaufen der Feld-herren Soubise und Broglio, drückte zwar Ferdinand über-mal über den Rhein zurück; auch errangen die Franzosen in mehrerenkleinern Treffen den Sieg: aber gleichwohl befreite Ferdinand nochvor dem Einbruch des Winters Westphalen, welches Contadesauf Befehl des Kriegsministers Bellisle in eine Wüste verwandelnsollte, von dem barbarischen Feind, und zwang ihn, jenseits desRheins seine Winterquatiere zu nehmen.
§. 13 .
Fortsezuiig.
NeueM'üfüngen harrten Friedrichs im folgenden Jahr. Zwarin der' krsteit Hälfte desselben stritt er fast allenthalben mit Glück.Aber nuii-brächtn die Rnffen unter Soltikow aus Polen indie Mark; die Vereinigung mit London suchend. Sie schlagenden General Wedel bey Palzig °), erobern Frankfurt ander Oder und bewirken die Vereinigung. Der König wagt den
1) 14. Okt. 2) 23. Juni. 3) 23. Juli 1759.