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Achter Band.
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358 Vierzehntes Kapitel. Kaiser Joseph II.

unfähig sie zu schüzen, rieth zur Nachgiebigkeit. Die russischen !und östreichischen Heere zogen an die Gränze; in den türkischenLändern wüthete die Pest. Da kamen unter französischer Ver-mittlung erneute Friedensverträge zu Stande*), wodurch Ruß-land seine ungerechten Erwerbungen behielt, Oestreich aberblos einige Handels-Vortheile gewann.

Z. 11.

Türken-Krieg,

Der Friede währte nicht lange. Neue Reizungen von beidenSeiten unterhielten den Haß und entzündeten endlich den offenenKrieg. Der Fürst Heraklius von Carduel und Cachet,welchen schon der Friede von Kutschuk - Kainardschi von der tür-kischen Oberhoheit befreit hatte, unterwarf nunmehr sich und seineFürstenthümer der Kaiserin Katharina, wodurch die mos«kowitische Herrschaft in den Kaukasischen Ländern begründetward. Bald nachher nahm die Kaiserin den flüchtigen Hospodarder Moldau, Maurocordato, als Schüzling auf. Hinwiederbegünstigten die Türken die Einfälle der kuban'schen Stämme,zumal der Lesghier, in das russische Land. Auch die Streitig-keiten über Handel und Schiffahrt auf dem schwarzen Meere dauer-te« fort. Da wurde die Pforte erschreckt durch die geräuschvolleReise, welche die Kaiserin, auf Potemkin's Antrieb, nach derneugegründeten Stadt Cherson unternahm. Mancherlei drohendeAndeutungen, die man dabei wie zur Schau stellte (wie die In-schrift auf dem Thore Cherfon's: „Hier ist der Weg nachConstantinopcl") erregten eine hohe Spannung Europa's ^).

Sie wurde vermehrt und ein Zerstbrungskrieg wider die Pfortegcwciffaget, als auch Kaiser Joseph nach Cherson ging undvertraute Verhandlungen mit der Kaiserin pflog.

Die Türken, den Kampf jezt für unvermeidlich achtend,hofften durch Zuvorkommen sich zu retten. Also erklärten sie anRußland den Kriegs), den noch nicht schlagfertigen Feind über-raschend, jedoch auch Selbst noch schlecht gerüstet. Daher gingendie Feldzüge von 1787 und 1788, ohne denkwürdige Erfolge hin.

1) 1784, 8. Zän- und 24. Febr.

2) 1787.

3) 24. Aug.