Band 
Erster Band.
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fugniß noch zu rette»; ober er mußte auch auf sie verzichten undsich mit dem Rechte der Entscheidung streitiger Bischofswahlcnund der Belehnung mit den Hoheitsrechtc» (Regalien) begnügen.Gerade dadurch wurden die Bischöfe bald zu wirklichen Landes-herren, und ähnliche Befugnisse konnten nunmehr den Herzoge»und Grafen um so viel weniger bestritten werden.

Mitten in jenen unruhigen Zeiten, wo die unaufhörlichenStreitigkeiten des bereits älter gewordenen Heinrichs IV mit denPäpsten Deutschland und Italien zerrütteten, erhielt der Geistder christlichen Völker, vornehmlich aus Frankreich her und durchpäpstlichen Einfluß geleitet, eine neue Richtung, welche theilsaus religiösen, theils aber auch aus abergläubischen und schwär-merischen Ansichten hervor gegangen, allen größer» Leidenschaftenfreyen Spielraum verschaffte und dadurch in eine Art von Begei-sterung überging.

So schwer eö hält, der Menschheit neue Begriffe beyzu-bringen, eben so mächtig wirken diese hinwiederum gerade durchden Reiz der Neuheit, wenn sie einmahl Aufnahme gefundenhaben. Andacht, die Hoffnung, beängstigende Gewissensbisseversöhnen zu können, Rittersinn, Ehrbegierde, Hang zu Aben-teuern, Arbeitsscheue, Begierde nach Beute und Ungebnndenheit,selbst die Furcht vor gerichtlichen Klagen fanden dabey in glei-chem Maße ihre Befriedigung. Gleichwie bey verschiedenenVölkern des Alterthumes Reisen an heilig geglaubte Stätten,wo entweder Orakel und geheime Weisheit sprachen, oder ander«Wunderdinge wirken sollten, gewöhnlich waren, und bey den JudenOpfer und gewisse religiöse Uebungen nur im Bcmpcl Jerusalemgesetzlich vorgehen durfte»; — ebenso entstand bey den Christenim Laufe der Jahrhunderts die Meinung, daß Wallfahrten oderReisen an entfernte Orte, denen man eine besondere Heiligkeitbeylegte, Gebethe und Gaben, welche man daselbst darbrachte,und Bußubuugeu, die man verrichtete, eine weit größere Wir-kung haben sollten, als Gottesverchrung und ein frommer Sinnim Kreise der Hcimarh.