Als endlich Bekchtold von Schwabe» 1090 starb, vertrugsich Berchtold II von Zaringen, obgleich ihn die Schwäbische»Herren begünstigten, mit Heinrich IV. Dieser theilte Bcrchtoldendie Verwaltung des westlichen HelvetienS, die Kastvogtey überZürich Und eigenthümlich die Durgundische Landgrafschaft umBurgdors und Thun zu, indeß das Herzogthum SchwabenFriedrichen von Hohensiausen, des Kaisers Schwiegersöhne, über-lassen wurde.
Heinrichen, den Unglück und reiferes Alter besonnener gemachthatten, gelang es, Gregor» zu entsetzen und aus Rom entfliehen zusehen. Aber Gregors System lebte in Urbanlk, 1688, undPascha-lis II, 1099, immer wieder auf. Umsonst überwältigte Heinrich nochzwey Gegenkönige, Hermann von Lüzelburg und Ekbert vonThüringen; umsonst setzte er seinen, gegen den Vater selbst auf-gewiegelten ältern Sohn Conrad, gefangen; denn auch der zweyteSohn, Heinrich, ließ sich durch geistlichen Einfluß verleiten,sogar die Waffen zu ergreifen und seinen Vater, der in sechzigTreffen gefochten hatte, ito5 zur Abtretung der Regierung zunöthigen, nach welcher itvU der Tod seine mühselige Laufbahnendigte.
Vergeblich glaubte Heinrich V, die kaiserlichen Vorrechte,welche er als päpstliches Werkzeug selbst in seinem eigenen Va-ter bekämpft hatte, nun als Neichsoberhaupt wieder behauptenzu können. Der Streit über die Ernennung der Bischöfe ent-schied sich immer mehr für den Papst. In den ersten Jahrhun-derten hatten die Kaiser neuerwählten Bischöfen einen Mantel(paHlum) als Zeichen ihrer Würde ertheilt. Die Päpste began-nen in der Folge, den Erzbischöfen, dann allmählig auch denBischöfen ein solches Pallium (Mäntelchen aus Schafwolle) zu-zustellen , wofür sie auf die Decretalen schwören und bedeutendeSummen bezahlen mußten. Vornehmlich erhob sich aber zwi-schen Kaiser und Papst ein Streit über die Investitur (Bestal-lung , Belehnung) der Bischöfe mit Ring und Stab, als Zeichenihrer Würde. Heinrich V suchte wenigstens diese äußerliche Be-