Band 
Erster Band.
Seite
149
JPEG-Download
 

ewigen Bund mit den Glarnern, welche nachher, 1 'i 02 , „m eineempfangene Beleidigung zu rächen, einen Streifzng gegen denBischof von Chur und seine GotteShanSleute unternahmen. Wiesehr während der damahligen Unordnung im Reiche Eigenmachtund Privatfehden eingcriffen waren, und wie auch die Eidsge-noffen an denselben Theil nahmen, beweist der Schiedbrief überdiese Fehde. Er nennt unter den Gegnern des Bischofs, nebenden Elarnern, einen Hauptman» von Schwyz, einen andern vonEgeri, und selbst einen Jenny aus dem Entlibuch.

Von der andern Seite versuchten die Herzoge, die erlitte-nen Einbußen durch Mittel zu vergüten, welche Mißtrauen undRache gegen sie weckten. 1396 nahm Leopold den Grafen Rudolfund Hugo von Werdenberg Nheineck und die Herrschaft im Rhein-thale, und 1-Ot vertrieb Herzog Friedrich wegen des Streitesum Feldkirch den Grasen Rudolf auS dem angestammten SitzeWerdenberg. In demselben Jahre verpfändeten die von Werden-berg »SarganS, welche früher mit denen von Nheineck im Kriegegewesen waren, ihre Grafschaft SarganS eben diesem Herzoge,seinen Brudern und Vettern. So werden die Kleinen, welchein der Nähe der Großen sich entzweyen, durch eigene Thorheitund selbst verschuldete Schwächung diesen zur Beute.

Mit Einem Mahle entwickelte sich indeß am nördlichen Endedes alten Rhä'tischen Landes, da wo im Dorgrunde des SäntiSein durchschnittenes Alpcngelände, gleich einer großen natürlichenFestung, über die umliegende Landschaft empor steht, eine bis-her unbekannte Kraft. Durch Uebermuth, mit Druck und Härteverbunden, aufgeweckt, verbreitete sie ihre furchtbare Wirkungin entfernte Gegenden, bis eigener Uebermuth und Mangel anKlugheit, deren Strafe selten ausbleibt, sie wieber auf einenengern Kreis beschränkte. — Die AbtSwnrde des Klosters St.Gallen, welches seit geraumer Zeit die Neichssteuern und andereGerechtsame über die IV Ländchen an sich gebracht hatte, be-kleidete, seit 1379, Cuno von Staufen. Ausdehnung der Regen-tengewalt schien ihm Regcntenklughcit; auch seine Diener gcfie-