Band 
Erster Band.
Seite
207
JPEG-Download
 

207

Eben war ihr Banner, 14W, vorn Etzcl zurück gekommen, alssogleich über das Gebirg zogen und, von dem Abte zu Diffen-k>s und den Graubündnern unterstützt, Livinen und Bellenz inBesitz „ahmen. Durch die nachfolgenden-Friedensunterhandlun-gen überließ ihnen der durch andere Besorgnisse beschäftigte Her-ing Philipp Maria, Livinen auf bestimmte Jahre. Die vermit-telnden Eidsgcnosien und die Rhätischen Gehülfen erhielten Han-delsfrcyhciten; doch schon 1449 mußten die damahligen Macht-haber zu Mayland den Urnern andere Aollbefreyungen für Livinenund Urseren bewilligen, um sie zur Aufhebung einer neuen Be-tagcrung von Bellenz zu bewegen.

Durch die' Bestrafung ihres Schultheißen, Wilhelm vonAvenche, eines Dienstmannes und Anhängers des Herzogs vonSavvien, zogen sich die Frcchburger die Feindschaft dieses mäch-tigen Nachbars, 1447, zu. Gegen die Abmahnung der Bernertiefen viele ihrer Angehörigen zu den Savoischen Fahnen. End-lich wurde auch der Staat in den Krieg verwickelt. Beyde be-nachbarte Städte streiften gegen einander. Die Freyburger,welche das Ländchen von Guggisberg mit Raub und Brand er-füllt hatten, wurden auf dem Rückwege bey der Gattern vonöln Btrnern geschlagen und büßten 4oo Mann ein. Endlich^ermittelten Frankreich, Burgund und die Eidsgenossen den Frie-den. Dem Herzoge sollten die Freyburger 4o,ooo Gulden be-fahlen , und den Bernern traten sie ihren Antheil an der gemein-schaftlichen Herrschaft Grasburg ab. Endlich fühlten die Frcy-burgcr, wie wenig Hülfe sie von Oesterreich gegen ihre Nachbarnfü erwarten haben, und schon 1450 neigte eine starke Parteysich auf die Seite von Bern und Savoien. Statt die Wanken-den wieder für sich zu gewinnen, behandelte sie Herzog Albrechtnur mit Härte. Parteykämpfe, Verschwörungen, Verbannun-gen und Hinrichtungen beunruhigten wechselweise die entzweyteStadt. Verlassen und aufgegeben von ihrem bisherigen Herren,und von dem letzten Beamte» desselben, dem Marschall von Hallwcil,durch Täuschung ihres Silbergeschirres beraubt, trat sie, 1452,