266
Pfarrer zu Muren, welcher auch, ohne Rücksicht auf da» Wahl-recht der Chorherren, die Ernennung selbst von Rom erhaltenhatte, von seinen Pfarrgenossen unterstützt, und mit Wissen derLerner ihn verjagte, entsetzte der bischöfliche Beamte zu Dels-berg den Eingedrungenen mit bewaffneter Hand. Schnell zogendie Berner zu Felde, bemächtigte» sich des MünsterthaleS, nah-men dasselbe in ein ewiges Schirm- und Burgrecht auf, durchwelches die Einwohner sich verpflichteten, mit Bern gegen jeder-mann, nur nicht gegen den Bischof, zu ziehen. Dieser letzter«mußte 2500 Gulden bezahlen. Dennoch behauptete er durch dieVerwendung der EidSgenossen eine sehr beschränkte Obcrherr-lichkeit, indeß Bern sich einen großen Einfluß in die Landeö-angelegenheiten und eine bedeutende Verstärkung seiner bewaffne-ten Macht erwarb. AuS dieser Vermischung der Gerechtsame»mußten nothwendig in der Folge viele Streitigkeiten zwischenBern und dem Bischöfe entstehen; den Einwohnern selbst ge-währte dieses Verhältniß einen kräftigen Schutz gegen viele vo»den Bischöfen versuchte Einschränkungen.
Auch das Münzwesen veranlaßte Erbitterungen. Nicht nurhatten beschnittene ausländische Münzsorten, sondern auch dieverderbliche Ausprägung vieler und geringhaltiger Scheidemün-zen, welche immer ihre Beförderer selbst straft, Verwirrung >»den Verkehr gebracht. Luzern und die Länder setzten die Füns-hellerstücke der Züricher auf Vierheller herab, und dehnten dieVerordnung auf dir gemeinen Herrschaften aus. Hochbeleidigthielten sich die Jüricher durch das Benehmen der Stadt Baden-Endlich stellte 1487 ein Verkommniß der VII östlichen Orte dieEintracht wieder her. — Ungeachtet des scheinbarvermchrten Reich-thumes drückten Schulden und Wucher das Land. Man glaubte sichHülfe zu schaffen, und verbannte die Juden. Mühlhausen >vak1484 durch Verschuldung so sehr aufs äußerste gebracht, daßnur einige Vorbehalte eS hinderten, daß die Stadt sich nicht »mden Preis von 12,ooo Gulden den EidSgenossen untcrthänigmachte.